Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 9-10 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554860-2554866--07475-2563491- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
160 Judenthums oder der Religion der Synagoge, wenn heute überhaupt noch von einer solchen die Rede sein kann, herbeiführen. Dabei möchten wir aber noch einen andern Umstand hervorhcbcn. Etwa seit dem Jahre 1870 entstand eine sich immer weiter verbreitende Mißstimmung gegen die Juden in den verschiedensten christlichen Ländern. Und doch auch dies hat nicht ganz allgemein zu der Meinung geführt, man müsse nun die Juden lassen und sich nur vou ihnen trennen, sondern hat sichtlich ein ernsteres Eingehn auf die Judenfrage in etlichen Kreisen hervorgerufen. Der Kampf gegen die Juden hat in der That doch auch die Frucht gebracht, daß so Manchem die Nothwendigkeit, eine religiöse Arbeit an ihnen zu thuu, zum klaren Bewußtsein gekommen ist. Eben daher ist es geschehn, daß sich im letzten Jahrzehnt fünf neue Judenmissions - Gesellschaften in Deutschland, England, Schweden und Amerika gebildet haben, während daneben bereits schon die Ansätze zur Errichtung anderer und in neuen Gebieten zu Tage treten. Unser Heer wächst, ihr lieben Missionsfreunde, nur guten Muth, es geht vorwärts, und Israel muß schließlich doch in unsere Reihen eintreten, daß es unserem und seinem Könige Jesus Christus huldige! Die Töchter Sions. Auch die katholische Welt treibt, wie unser Blatt darüber öfters berichtet hat, Judenmissiou. Dem Charakter derselben entsprechend wird sie dort aber hauptsächlich nicht durch Vereine oder freie Gesellschaften, sondern durch Orden ausgeübt. Ain bekanntesten sind die Bemühungen des P. Ratisbonne in Jerusalem, der sowohl eine männliche als eine weibliche Kongregation streng kirchlichen Charakters für die Arbeit unter den Inden in's Leben gerufen hat. Das „Schlesische Katholische Kirchenblatt" nun (5, 80) theilt Folgendes mit: „P. Ratisbonne berichtet in dem neuesten Hefte seiner Annalen, daß eine Apotheke, die auf dem Leidenswege zu Jerusalem von ihm im Jahre 1874 eröffnet wurde, von großer Wichtigkeit geworden sei. An manchem Tage habe man gegen 300 Personen in diese Räume der Wohlthätigkeit kommen sehn. Die Freundlichkeit der Schwestern (vom Orden der Töchter Sions)