Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 9-10 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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161 mache auf die Muhammedaner oft den sichtlichsten Eindruck. Aber auch die Juden, denen ihr Werk ja an erster Stelle gelten soll, zeigten sich vielfach für die Liebe der Schwestern zugünglich und dankbar. An ihren Festen bringen sie häufig allerlei Backwerk und bitten die Schwestern, dasselbe zu kosten. Einige Zeit kam ein alter, achtzigjähriger Rabbi und suchte bei den Nonnen leibliche Hilfe. Dieselbe wurde ihm auf's Beste gewährt. Das nahm dem Greise das Herz dahin, und er äußerte: „Jeden Tag bete ich in der Synagoge für die Schwestern Sions, denn sie sind doch das Ende und wir der Anfang; dort oben werden wir uns wiedersinden!"" Eine Jüdin näherte sich einer Schwester Krankenpflegerin und sagte zu ihr allein ganz leise: „Meine liebe Schwester, ich habe Ihnen ein sehr wichtiges Geheimniß mitzuthcilen!" „Was denn?" fragte die Schwester. „Nun wissen Sie, daß sehr bald Herr von Rothschild zum Könige ausgerufen werden wird; aber fürchten Sie nichts; denn der neue König wird von der großen Wohlthätigkeit, welche Sie gegen uns üben, in Kcnntniß gesetzt werden!" Daß übrigens die Krankenpflege ein wichtiges Missiousmittel ist, haben evangelische Missionen auch vielfach erfahren, und sowohl die Londoner als die Britische Gesellschaft und die Freien Schotten haben diesen Zweig der Thätigkeit nicht vernachlässigt. Wir möchten nur hierbei rathcn, die Krankenpflege besonders auch durch weibliche Hände geschehn zu lassen; das Zeugniß der christlichen Liebe einer Diakonissin hat oft das Herz eines Juden tiefer ergriffen als die beste Predigt. Zudentaufen. In die evangelische Kirche der 8 alten Provinzen Preußens wurden im Jahre 1878 ausgenommen . . 74 Juden, in die evangelische Landeskirche Sachsens 1879. . . 7 Juden. Zum Judenthum sind dagegen 1879 in Sachsen 2 Evangelische übergetrete». Msch-Ehen. Misch-Ehen zwischen Christen und Juden wurden 1878 in Preußen geschlossen 216 unter überhaupt 207 716 Ehen; es war also ungefähr die tausendste Ehe des Jahres eine derartige Misch-