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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 9-10 (1880) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
9-10 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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153 freimüthig Ausdruck gab. Mögen viele Pfarrfrauen in ihre Fußtapfen treten und beim Anblick der Juden an den treuen Hirten denken, welcher die Verirrten sucht, bis er sie findet. Aus Luthers Tischgesprächen. 1. Der Juden Muhm. Die Juden rühmen sich allzumal, daß sie Abrahams Kinder seien. Und zwar ist's ihnen ein hoher Ruhm gewesen, wie auch der reiche Mann und Wanst, so in der Hölle begraben, sagte: „Vater Abraham". Der spricht zu ihm: „Mein Sohn". Aber unser Herrgott kann diese Kinder fein scheiden; denn diesem giebt er hier seinen Lohn, jenen behält er in's künftige Leben. Doch haben sich die Juden Abrahams gerühmt nicht um feinet, sondern um ihrer Ehre willen; gleichwie die Pfaffen jetzunder Christum rühme», daß sic große Lehen von ihm empfangen, um ihres Bauches und Ehre willen. 2. Gon der Zerstörung Jerusalems. Anno 1538 den 29. August las D. M. Luther die Historie von der Zerstörung Jerusalem und sprach: „Wie so eine schöne, herrliche, große Stadt ist von Tito Vcspasiano mit einem gewaltigen Kriegsheer belagert und mit dem Sturm erobert und zu Grund umgekehrt und zerstört worden! Das hat den Juden sehr wehe gethan, denn da hat Gott müssen zu einem Lügner werden. Denn die Juden verstunden alle Verheißung Gottes fleischlich, als dieser Spruch Jeremia: Des HErrn Heiligthum soll in Ewigkeit nicht ausgerottet werden. Auf diesen und dergleichen viel mehr Sprüche haben die Juden getrotzt und gar weidlich unter die Propheten gemordet. Zuletzt aber haben sie gesehen, ja erfahren, daß ihre Sicherheit und Vermessenheit zu Schanden ist worden." Ein andres Mal äußerte Luther: „Die Zerstörung Jerusalem ist gar grausam, jämmerlich und schrecklich gewesen, also daß aller andern Monarchien und Kaiserthümcr Fall und Plagen der Sündfiuth, Sodoms, Pharaonis u. s. w. nichts gegen diese Verwüstung sind. Denn diese Stadt ist Gottes Stadt, Wohnung, Hort und Bette gewesen, wie der Psalm sagt: Hier will ich wohnen, denn ich habe sie erwählet. Da war das Gesetz, Priesterthum, der 11*

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