Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 9-10 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Tempel, da ist David, Salomo, Jesaias n. s. w., da sind unzählig viele Propheten begraben, daß also die Juden auf solche große Privilcgia wohl haben mögen trotzen. Was sind wir arme elende Heiden und Rom gegen Jerusalem? Unser Gott ist nicht unser Gefangener; er hat noch nicht viel Wittcnbergisch und Torgisch Bier getrunken. Hat er das schöne Jerusalem, das er also mit seinem Wort, Gesetz, Blutfreunden u. s. w. geziert hatte, übergeben, es wird uns wahrlich auch gelten, er wird's uns wahrlich auch nicht schenken; danach mögen wir uns richten. Summa: Diese Zerstörung Jerusalem ist greulicher und schrecklicher, denn alle Plagen auf Erden jemals gewesen sind und sein werden. Es war auch zu viel, daß sein eigen Volk seinen eigenen Sohn vor die Stadt hinaussühren und kreuzigen sollte!" Der erste Proselyt in Nordamerika. In seinen Berichten (15. Fortsetzung vom Jahre 1736) theilt Prof. Callenberg in Halle mit, daß ihm eine Nachricht über den ersten in Nen-England getauften Juden zugegangen sei. Derselbe hieß Juda Monis und war Rabbiner. Getauft ist er in Boston 1722, und zwar durch den Geistlichen Benj. Collmann. Ueber diesen Fall hat Benjamin Collmann einen Traktat geschrieben, welcher dem Institutum Judaicum in Halle geschenkt worden ist. Leider ist die Bibliothek desselben, welche seiner Zeit dem Halle'schen Waisenhause als Vermächtniß zugefallen ist, vollständig verwüstet, so daß nur noch Reste der zahlreichen Schriften des Instituts daselbst zu finden sind. Auch dieser Traktat fehlt. Professor Callenberg theilt mit, daß die Schrift vier Reden enthalte, die erste von Benjamin Collmann vor der Taufe gehalten, die drei übrigen von Monis selbst verfertigt. Collmann schreibe, dies erwähnt Callenberg ferner, daß sie in Amerika oft um die Erleuchtung der Juden beteten, und Gott mit denselben wohl noch große Absichten Vorhaben möge. Seine Rede aber enthalte die Zeugnisse von Christo aus den fünf Büchern Mosis. Im Beschlüsse heiße es: „Wir hoffen mit großem Verlangen auf die glückselige Zeit der Bekehrung der Juden und der Rettung Js-