Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 9-10 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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150 in Königsberg auf. 1784 verlor sie ihren Gatten; sie schreibt bei seinem Tode über denselben: „Seine selige Herzensstellnng auf seinem überaus schmerzhaften Krankenlager bis zu seinem Verscheiden ist mir und vielen Geschwistern zur größten Erbauung gewesen." 1786 mußte sie noch einnial das Amt einer Vorsteherin der Wittwcn in Zeist annehmcn, bis sie 1796 den 13. Oktober heimging. Die Nachrichten der Brüdcrgemeine sagen von ihr: „Sie war eine überaus hochgeschätzte und begnadigte Magd Jesu in der Brüder-Unität und hat sich als solche auch in den letzten zehn Jahren ihres Dienstes in Zeist bewährt. Sie war eine vorzüglich begabte Licdcrdichterin; mehrere ihrer Lieder sind in das Brüdcrgesangbuch ausgenommen worden, z. B.: „Wenn ich krieg' mein Kleid", „Gnade ist ein schönes Wort", „Dem blnt'gen Lamme", „Du hochverdienter Schmerzensmann", „O Lamm, o Herzensbräutigam" ". Uns interessiren besonders zwei Lieder, in welchen sie an das Heil Israels denkt und dieses Volk ihrer Gemeine an das Herz legt. Ach blutiger Immanuel, Erblickte doch auch Israel Dich bald in Deiner Tod'sgcstalt: Sic würden durch des Blicks Gewalt Gewiß in Staub gebeugt Und göttlich überzeugt, Daß der gekreuzigt worden ist, Ihr Heiland sei. Der HErr und Christ, Aus den sie hoffen! Ich weiß, das Kirchlein unsrer Zeit Trägt um das alte Kirchlein Leid Und seufzt: Ach wär' die Seligkeit Des Volks Israel nicht mehr weit! Ich wünsch' es auch mit Sehnen Und oft mit heißen Thränen. Außerdem ein oft bei Missions-Ansprachen in der Gemeine gesungenes Lied: HErr, auf den so viele Juden hoffen, Da ihr Wünschen doch längst eingetroffen;