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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 9-10 (1880) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
9-10 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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146 und Reichsunmittelbaren jener Zeit an die Ausbreitung des Evangeliuins unter den Juden gedacht haben. Nirgends hat damals die Judenmission eine so herzliche Thcilnahine und so warme, thatkräftige Unterstützung gefunden als an evangelischen Fürstenhöfen. Naveroffsky erhielt seine Anstellung am herzoglichen Hofe, nachdem er sich mit Anna Elisabeth Grass, welche Wärterin der herzoglichen Kinder war, verheirathet hatte. Aus dieser Ehe stammte Magdalena Auguste, die ihre Namen von den herzoglichen Pathen erhielt, welche sie zur Taufe brachten. Sie entwickelte sich so gut und zeigte ein so frommes Gemüth, daß die jungen Prinzessinnen nach ausdrücklicher Erlaubniß ihrer Eltern von früh auf mit ihr den vertrautesten Umgang pflogen. Dabei war sie eine ungemein anziehende Erscheinung, so daß sich, als sie nun eine Jungfrau wurde, die Augen vieler Männer auf sie richteten. Die Mutter machte dies besorgt und sie beschloß daher, die Tochter bereits mit 17 Jahren zu verheirathen. Bon vielen Seiten wurde ihre Hand begehrt; Magdalena Auguste aber frug, da sie nun einmal nach mütterlichem Wunsche heirathen sollte, allein danach, wie ihre Bewerber zu Christo stünden, und nahm sich vor, den unter ihnen zu ehelichen, welcher der frömmste wäre. Ihren Anforderungen schien am meisten Michael Grünbeck, ein Bildhauer, zu entsprechen, und so reichte sie diesem die Hand; sie wurde mit ihm den 9. November 1734, also eben erst 17 Jahre geworden, getraut. Grünbeck war wirklich ein frommer Mensch, aber in der ersten Zeit seiner Ehe gerieth er in eine Gesellschaft, welche ihm innerlich sehr schadete. Seine Frau bekümmerte das, und dies doppelt, weil er ihr selbst fort und fort die zärtlichste Liebe entgegenbrachte. Nach drei Jahren aber hatte sie die Freude, daß sich ihr Mann von Herzen bekehrte. Veranlassung hierzu wurde ihr Bruder Johann Christian Naveroffsky, der mit Gliedern der Brüdergemeine in Frankfurt bekannt geworden war und jetzt das schwesterliche Haus besuchte. Von nun an waren die Eheleute im Geiste völlig eins. Noch in demselben Jahre (1737) reisten Graf Zinzendorf und die treffliche Anna Nitschmann durch Gotha. Durch letztere lernte Frau Grünbeck die Brüdergemeine kennen und erhielt von derselben durch jene ausgezeichnete Repräsentantin einen tiefen Eindruck; am

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