Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 9-10 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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145 hernach im Christenthum mit Danken, Loben lind Preisen endigt. Das ist anch etwas viel Größeres, als wenn wir nur zu erzählen hätten, daß ein Jude, nachdem er Christ geworden, cs zu Ehre und hoher Stellung unter den Menschen gebracht habe. — Oder wenn, wie auch in diesem Falle, der Glaube an den Sünderheiland einem Menschen immer wieder dazu verhilft, daß er nicht die Beute seiner sündlichen Natur bleibt; und wenn dieser Glaube die dunkle Ewigkeit vor dem Herzen so hell macht, daß man sie mit Frohlocken und Jauchzen herbeirnfen kann, wie es an diesem Sterbebett, an dem wir so eben gestanden haben, geschehn ist — dann versuche man, so viel inan will, die Wirklichkeit und Wahrheit der Versöhnung und Auferstehung Christi zu leugnen, man wird es nur mit einem Stachel im Herzen thnn können. Ja, das schreiben wir insbesondere für Jeden aus Israel, der diese Zeilen lesen wird; und wir sagen es ihm geradeswegs in's Angesicht, er wird es vergeblich versuchen, diesen Zeugen aus seinem eigenen Volke zu vergessen, der nichts unter den Menschen war und auch nichts sein wollte, aber von Gott dazu gebraucht worden ist, und jetzt wieder von Neuem dazu gebraucht werden soll, daß er da und dort Einem die Friedlosigkeit des Herzens ohne Christum und die Freude in Jesu predige. Eine Frage an deine Seele sind die Erfahrungen und Erlebnisse dieser Seele, in welche du jetzt geblickt hast, du Sohn oder Tochter Israels! Und nun gedenken wir der trefflichen Gefährtin dieses einfachen Mannes: 3. Magdalena Mlguste Kirchhof, genannt Mer Hrünbeck, geboren 21. Oktober 1717, eine Tochter des Johannes Naveroffsky in Gotha. Derselbe, ans Polen stammend, war ein getaufter Jude und in der letzten Zeit seines Lebens im Dienste am herzogliche» Hofe in Gotha; denn das regierende Haus wollte Alles thnn, um an seinem Theile seine Pflicht gegen die sich bekehrenden Juden zu erfüllen. Besonders die Wcimarschen, Gothaschen, Anhaltschen, Mecklenburg-Schwerinschen, außer einigen Hessischen Fürstenhäusern, waren in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ernstlich bemüht, ihren Unterthanen in der Fürsorge für die Bekehrung der Juden und für die Proselyten voranzugehen. Immer wieder lesen wir in den Berichten der Callenbergschen Mission, wie unermüdlich eine ganze Zahl der kleineren Fürsten