Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 9-10 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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148 sich derselben anzuschließen versuchen müsse. Damit gab er denn freilich das Studium, welches ihm winkte, auf und hatte fortan nur noch die Aussicht, in einfacheren Verhältnissen seine Tage zuzubringeu. Aber es war ein schöner Beweis seines christlichen Ernstes und seines lauteren Strebens, daß der Wunsch, vor Allem am inwendigen Menschen zu wachsen, den Ausschlag für seinen ferneren Lebensgang gab. Kirchhof reiste also Ende März mit v. Marschall nach Herrnhut; ein Jahr hatte er hier eine Probezeit zu bestehn, dann wurde er 1740 ausgenommen und genoß im Januar 1741 das erste Abendmahl in der Gemeine. Ausdrücklich wird aber erzählt, daß er in dieser Zeit sein Sündenelend und den Trost der Vergebung um des Blutes Christi willen gründlich fühlen lernte. Nun sollte er jedoch Glied der Gemeine in aller Anspruchslosigkeit sein. Er erhielt also 1742 den Auftrag, in Marienbor» Hausdiener bei den ledigen Brüdern zu werden; und in dieser bescheidenen Stellung muß er sich bewährt haben, denn wir finden ihn 1743 als Abgesandten bei der Synode in Schlesien. Einen noch größeren Beweis des Vertrauens gab ihm Graf Zinzendorf damit, daß er die ausgezeichnete Magdalena Auguste geb. Naveroffsky, verw. Grünbeck (in der Gemeine als Ester Grünbeck bekannt), veranlaßte, ihm 1746 die Hand zu reichen. Er diente hierauf in Holland und England auf verschiedene Weise, von 1747 bis 1756 in Herrnhut, Barby und ans Gütern der Gemeine, bis er endlich 1763 nach Ebersdorf kam, um als Brenner und in allerlei anderen einfachen Diensten so lange beschäftigt zu werden, bis seine Kräfte es nicht mehr zuließen. Seines eigenen Volkes aber hat er nie vergessen. Professor Callenberg erwähnt, daß er im Jahr 1739, also ein halbes Jahr nach seiner Taufe, von Herrnhut aus zu ihm gekommen sei. Kirchhof wollte den um die evangelische Judenmission so hoch verdienten Mann kennen lernen und nahm von demselben mit Freuden Schriften zur Verbreitung unter den Juden an. 1757 aber wurde er von der Gemeine nach Polen gesandt, um sich über die dort stattfindenden Bewegungen unter den Juden zu unterrichten und seinen Rath zu ertheilen, ob man ein Missionswerk unter ihnen aufnehmen solle. Wir haben über diese Reise Kirchhofs schon einmal im Jahrgange 1871 (S. 79 f.) berichtet und dort von