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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 9-10 (1880) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
9-10 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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142 bezeichnte Haus' und fand die Bibel bei zwei Mitgliedern der Brüdergemeine, den Studenten v. Marschall und Fritsche, zum Verkauf ansgelegt. Diese nun waren bei seiner Taufe zugegen gewesen und waren herzlich froh, den Proselyten, welcher ihre Theilnahme erweckt hatte, in so ungesuchter Weise näher kennen zu lernen. Vor Allem gratulirten sic ihm und wünschten ihm noch insbesondere, daß er das Blut Christi, mit welchem er getauft, lebendig an seinem Herzen erfahren möchte. Kirchhof war aus voller Ueberzeugung Christ geworden und hatte diesen Schritt auch von seinem Gewissen getrieben gethan; aber wie ungemein viele Proselyten, die es doch aufrichtig meinen, war zunächst nur sein Verstand überwunden worden, und hatte ihn vor Allem die theoretische Erkcnntniß, daß Jesus von Nazareth der verheißene Messias sei, zum Uebcrtritt geführt. Daß init dem ganzen Menschen in feinem Innersten eine völlige Umwandlung vor sich gehen müsse, wenn er ei» wahrer Christ sein wollte, wußte er damals so wenig, wie wohl auch sonst die allermeisten Juden, wenn sie getauft werden. Nur ein erster Schritt ist der Regel nach mit ihrer Taufe geschehn und nur der Anfang mit einem Neuen gemacht worden, aber der Weg vom Kopfe zum Herzen soll für gewöhnlich jetzt erst gethan werden. Kirchhof war also von der Anrede der beiden Herrnhuter Brüder betroffen.. „Das", so schreibt er selbst, „ging mir durch's Herz, das hatte mir noch Niemand so gesagt, und das müssen andere Leute sein, dachte ich." Er bat also, daß sie ihm erneuten Besuch gestatten wollten, und dies wurde ihm bereitwillig gewährt. Des Oesteren nun trat er bei ihnen ein, und sie redeten zu ihm viel vom Heilande, sowie davon, daß ihm die Taufe allein nicht helfe, wenn er sich nicht von Herzen bekehre. Zu gleicher Zeit riethen ihm seine Pathen, für den ihm nothwendigen Unterricht in den Sprachen sich fromme Studenten zu suchen; und das veranlaßte ihn um so mehr, sich an die beiden oben Genannten anznschließen. Er lernte sie auf diese Weise immer besser kennen und gewann sie herzlich lieb; daß sie aber Herrnhuter waren, wußte er nicht, da sie ihm hiervon nichts sagten. Erst als dieselben Besuche aus Herrnhut bekamen, erfuhr er diese Sache. Nun forschte er weiter über die Brüdergemeine, und was man ihm erzählte, machte es ihm bald im Herzen gewiß, daß er

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