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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 9-10 (1880) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
9-10 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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139 Schreiber bei einem sehr reichen Juden, brach aber, weil er bei bei demselben nicht viel lernen konnte, noch in demselben Jahre wieder auf. Hin- und herreiseud kam er nach Krakau, traf daselbst Freunde und zog theilweise mit ihnen über das Land. Sein Sinn stand jedoch nach Deutschland, und so nahm er sich denn fest vor, dahin zu ziehen. Aber der Winter brach jetzt ein und hinderte ihn, seinen Vorsatz ausznführen. Er mußte sich deshalb noch einmal bequemen, in Polen Kinder zu unterrichten, und that dies in einem Dorfe bei einem Pächter. Bald stellte es sich aber heraus, daß er ein Vetter desselben war, und dieser hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als die Eltern Benjamins von seinem gegenwärtigen Aufenthaltsorte zu unterrichten. Ohne daß der Sohn davon eine Ahnung hatte, sah er eines Tages seinen Vater bei sich erscheinen und sollte mit ihm alsbald zurückkehren. Das war jedoch den Plänen Benjamins ganz entgegen, und so entfloh er; der Vater aber mußte unverrichteter Sache wieder nach Hause kehren. Benjamin begab sich nunmehr nach Schlesien. Inzwischen (1735) war er 19 Jahre alt geworden und hätte also wohl llrsach gehabt, einmal festen Fuß an einem Orte zu fassen. Aber nach einjährigem Aufenthalt bei einem Kaufmann ergriff ihn von Neuem das alte Wanderfieber, und so reiste er 1736 in Deutschland, Holland, Dänemark und Schweden hin und her, um dann nach Berlin zurückzukehren. Auch da hatte er jedoch seines Bleibens nicht, sondern ging auf ein Dorf, eine Meile von der Hauptstadt, und erlernte Hierselbst bei einem Oberamtmann die Brennerei. Nach einem halben Jahr aber brach er bereits wieder auf, um zuerst in Steinhepel bei Frankfurt a. O. und später in Breslau, jedesmal bei Wittwen, als Brenner zu arbeiten; mit der Breslauer aber gerieth er in einen Prozeß. Solch ein zerfahrenes Leben führte Benjamin, denn er besaß innerlich nichts, was ihn befriedigt hätte, und darüber trieb es ihn von Ort zu Ort. Er steht hierin aber nicht als vereinzelter Fall unter den Juden da, sondern das Leben tausender und abertausender derselben erinnert an das „unstät und flüchtig" der heil. Schrift und an die Drohungen des Moses (5. Mose 28, 65): „Du wirst unter den Völkern kein bleibend Wesen haben, und deine Fußsohlen werden keine Ruhe haben!" In jener Zeit nun kam einer seiner Vettern aus Polen zu

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