Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 7-8 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Etwas von 2t. Cremienr. Der jüngst verstorbene A. Cremieux gehörte zu den bekanntesten Inden der Neuzeit. Nach der Vertreibung des Königs Louis Philipp im Jahre 1848 gelang es ihm auf ganz cigenthümlichc Weise, indem er nämlich bei Verlesung der Ministerliste in der Kammer der Abgeordneten statt des Namens Cormenin seinen Namen Cremieux vorlas, in die provisorische Regierung von Frankreich zu kommen. Nach dem Sturze Napoleons aber wurde er Mitglied der Nativnalrcgierung und organisirte im Verein mit Gambctta den Widerstand gegen die deutschen Heere. In dieser Stellung hat er die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden von Algier mit allen Franzosen cingeführt. Ueberhaupt aber ist er bei jeder möglichen Gelegenheit für seine Glaubensgenossen eingctreten und war insbesondere auch Präsident der Israelitischen Allianz. Als solcher und durch seinen politischen Einfluß hat er noch zuletzt auch darauf hingcwirkt, daß Frankreich die bürgerliche Gleichstellung der Juden in allen bisherigen Gebieten des Türkischen Reiches, in Serbien und Rumänien auf dem Berliner Kongreß lebhaft befürwortete. Unvergessen ist sodann eine Ansprache des Mannes an die Glieder der Israelitischen Allianz, in welcher er erklärte, daß nunmehr an die Stelle des Reiches der Päpste und der Kaiser ein neues mcssianisches Reich trete, und daß die Juden die Träger desselben seien. Nur wenige Monate vor seinem Tode redete er auch die jüdischen Rekruten von Algier mit den Worten an: „Ihr seid die ersten Söhne Gottes!" Daß die jüdischen Zeitungen diesen Mann auf alle Weise verherrlichen, wird nicht Wunder nehmen; ohne Unterschied ihrer Parteien preisen sie ihn als einen der größten Söhne Israels. — Aber siche da, eben dieser Vorkämpfer und Herold des Judenthums hat, ohne durch irgend Jemand dazu genöthigt zu sein, — auch seine Frau war Jüdin — wie Israels Watchman Nr. 4. 1880 mittheilt, alle seine Kinder als Christen erziehen lassen! Lerne man doch daraus die Kraft jener Worte schätzen, mit welchen heute so viele Juden das Judeuthnm auf Kosten des Christenthums verherrlichen; hinter den pomphaften Reden verbirgt sich thatsächlich nur die eigene Schwäche. Sollen große Worte die Ai acht eines Religionsbekenntnisses ausmachen, dann steht es