Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 7-8 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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124 kunft der Erweckten, 70 bis 80 Seelen an der Zahl, in seinem Hause statt, vr. Cappadose sprach, obwohl er am Leibe noch sehr schwach war, über Zeph. 3, 14—20 mit solcher Lebendigkeit des Geistes und solcher Gluth und Wärme des Herzens, daß sich Alles von der Gewalt seiner Beredtsamkeit hingerissen fühlte; bei dem Gebet auf den Knieen aber voll Feuer und Inbrunst, welches der Rede folgte, zerflossen Alle in Thränen. Auch ich fühlte mich von dem Walte» des Geistes Gottes mächtig ergriffen, und dankbar stimmte Herz und Mund in den Schlußgesang des 133. Psalmes ein: „Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig bei einander wohnen!" Ich muß aber, wenn auch mit Schmerz und Beschämung, hinzusügen, daß, nach Jahre lang genossenen seligen Erfahrungen, nach all' den Hellen, lichten Tagen, abermals eine trübe, dunkle Nacht folgte. Die Lust zur Welt war siebenfach verstärkt in mein Herz zurückgekchrt; die Gemeine, um deren willen ich vor Jahren Alles verlassen hatte, ward mir zur Last. Der HErr aber verhütete in Gnaden, daß ich dieselbe verließ und der Welt anheimfiel; hatte er ja doch am Kreuz auch meine arme Seele als Schmerzenslohn erworben. Daß es bald zu einem ganz neuen und sehr ernsten Anfang mit mir kommen würde, ahnte ich freilich damals nicht. Schon zwei Tage darauf aber erhielt ich einen Ruf als Missionar und ökonomischer Vorsteher der Mission in Antigua. Dadurch ward nun mein schon lange gefühltes Verlangen erfüllt, und cs wurde mir denn auch sogleich volle Freudigkeit zur Annahme des wichtigen Auftrages geschenkt. Während eines vier Wochen dauernden Aufenthaltes in Hcrrnhut ward ich, zugleich mit den Brüdern Fnrkel und Häuser, am 8. August 1835 von Bischof Schneider zu einem Diakonus der evangelischen Brüderkirche ordinirt und am 20. desselben Monats in Neuwied von Br. Gambs mit der ledigen Schwester Pauline Schatz aus Straßburg, Lehrerin an der Mädchenanstalt in Neuwied, getraut. 4. Aas Umt. Das Jahr 1835 war für die Bewohner der Insel Antigua überhaupt und für unsere Geschwister insbesondere ein Jahr schwerer Heimsuchung gewesen. Als wir am 9. Dezember in St. Johns