Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 7-8 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Hauses und den lieben Bergmanns verabschiedete. — Nur mein älterer Bruder war noch unversöhnt geblieben, aber auch sein Herz hatte der HErr mir geneigt gemacht; denn als ich unmittelbar vor der Abreise am frühen Morgen es nochmals wagte, einen letzten Versuch zur Aussöhnung zu machen, kam er mir freundlich entgegen und sagte mir, er werde mich bis auf das Schiff begleiten. An einem schönen Sonntag Morgen, den 2. Mai 1824, verließ ich Gothenburg. 3. Die 'Urüfmrg. In Gothenburg ward ich von meinen christlichen Freunden und Bekannten wie auf den Händen der Liebe getragen; dies konnte, dies durfte auch nicht lange so fortgehen, es wäre zum Nachtheil für den inwendigen Menschen gewesen; denn der Glaube, vor allen Dingen der neugeweckte Glaube muß geprüft werden, und diese Prüfung erfolgte hier in Zeist. Gleich in den ersten Tagen mußte auch mein Glaube ein harte Prüfung bestehen. Vierzehn Tage hatte ich in Unthätigkeit auf Br. Passavants Ankunft zu warten, weil die Konferenz in meiner Angelegenheit ohne ihn keinen Beschluß fassen wollte; und nach seiner Ankunft dauerte es abermals vierzehn Tage, ehe es zur Entscheidung kam, ob ich meinen Fuß hier niedersetzen dürfe oder weiter wandern solle. Endlich kam in der fünften Woche nach meiner Ankunft in Zeist die ersehnte Hülfe, und es wurde dadurch nicht nur meine Verlegenheit, sondern auch die der Konferenz beendet; denn diese hatte sich redlich darum bemüht, mir ein passendes Unterkommen in der Gemeine zu verschaffen. Ein junger Mann, welcher seit einiger Zeit in der Gemeinhandlung angestellt war, kündigte plötzlich seine Stelle, worauf ich sofort in dieselbe eintreten durfte. Ich nahm diesen Antrag als aus Gottes Hand kommend an, obschon er meinen Wünschen nicht entsprach; denn, der Kaufmannschaft müde, hatte ich im Stillen gehofft, als Hülfslehrer angestellt zu werden. Mein Vertrauen ward aber sogleich auf die Probe gestellt; denn die allererste Arbeit, welche mir von meinem Prinzipal aufgetragen ward, kam mir eben nicht leicht und angenehm vor. Ich mußte nämlich im Kellerraum eine größere Kiste durchsägen, um