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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 7-8 (1880) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
7-8 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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119 verwerfen euren Namen, als eines Boshaftigen, um des Menschensohnes willen", Luc. 6, 22. Als mein jüngerer Bruder Jakob, welcher sich nicht feindselig gegen mich zeigte, nach der Taufe zu mir kam, machte er mir zwar keine Vorwürfe, denn er wisse, wie er sagte, daß ich aus voller Ueberzeugung gehandelt habe, war aber sehr betrübt und niedergeschlagen besonders bei dem Gedanken an den tiefen Schmerz, welchen die armen Eltern bei der traurigen Kunde empfinden würden. Ich aber hielt es für meine Pflicht, diese von dem Geschehenen wahrheitsgetreu zu unterrichten. Dieser Brief wurde jedoch aufgefangen und meinem Vater erst einige Jahre später zugestellt; während die Mutter, von dem Inhalt desselben unterrichtet, seitdem, wie mir ein Hausfreund meldete. Tag und Nacht weinte. — Kaum hatte ich mich von dem Schmerz ein wenig erholt, welchen mir diese Nachricht erweckte, so kam mein Bruder Jakob abermals, um mir im Auftrag meines älteren Bruders, bei welchem er in Condition stand, anzuzeigen, daß das Geschäft, welches wir neben unserm Comtvirdienst gemeinsam betrieben hatten, anfhören müsse. Es wurde mir nun einerseits immer gewisser, daß ich Gothenburg, wo ich mich nicht mehr heimathlich fühlte, verlassen sollte, und andrerseits war es mir ja schon vom Geiste Gottes klar gemacht worden, daß ich für die Brüdergemeine bestimmt sei. Ich bat deshalb Br. Stare, meine Bitte bei der Direktion in Herrnhut nochmals zu wiederholen. Es erfolgte alsbald eine theilnehmende Antwort, doch ohne Aussicht auf eine Anstellung, es sei denn, wie hinzugefügt wurde, in Zeist oder Neuwied. Als nun der Frühling herannahte, ward ich durch eine Anzeige in der Zeitung, daß ein Schiff nach Amsterdam abgehen werde, was in jener Zeit ein seltenes Ereigniß war, veranlaßt, mein Vorhaben nochmals vor Gottes Augen zu prüfen, worauf mir volle Freudigkeit geschenkt wurde, von meinem Vaterland und meiner Freundschaft auszugehen und in ein Land zu ziehen, welches der HErr mir gezeigt hatte. Der Tag der Abreise war gekommen. Um meinerseits nichts zu versehen, was dem Geiste christlicher Liebe zuwider wäre, ging ich zu allen meinen jüdischen Bekannten, um ihnen mein letztes Lebewohl zu sagen. Besonders wehmüthig war es mir aber zu Mnthe, als ich mich von den Einwohnern des Societäts- 9

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