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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 7-8 (1880) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
7-8 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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118 schrecklichen Angst ergriffen und fing an zu zagen und am ganzen Körper zu zittern, daß mir die Zähne an einander schlugen; den» eS war mir, als hörte ich eine laute Stimme, welche mich auf Grausen erregende Weise anschrie: „Noch ist's Zeit! noch kannst du zurücktrcten, im Falle du dich selbst getäuscht und betrogen hast!" In diesen finsteren Augenblicken bemerkte ich eine Bibel auf einem Ecktische liegen, ich warf mich auf dieselbe hin, den Heiland um Licht und Beistand anstehend; kaum waren diese Seufzer aus der Tiefe meines innersten Wesens emporgestiegen, als ich wieder mit göttlichem Trost und Frieden erfüllt ward. Im nächsten Augenblick trat Br. Stare mit den Worten wieder herein: „Komm, Alles ist bereit!" Worauf ich ihm, ohne ein Wort von dem inzwischen Borgefallenen zu äußern, in den vollgedrängten Saal folgte; dort legte ich mein Glaubensbekenntniß in größter Ruhe und mit innigster Ueberzeugung ab, was ich seitdem — der Name des HErrn sei hochgelobt! — nie, auch nicht einen Augenblick, bereut habe. In der Taufe ward ich Eugenius genannt, bekanntlich der Name der Hauptperson in Stillings Heimweh; ich hatte denselben zum Andenken an jene Zeit gewählt, da an das reichgesegnete Lesen dieses Buches sich außerdem noch so manche wichtige, ewig unvergeßliche Erinnnerungeu knüpften. Kaum aber hatte ich Jcsum öffentlich bekannt, so war auch (wie es der Heiland den Seinen vorher verkündigt) Spott und Verfolgung da. Als ich am selben Abend bei meinem älteren Bruder an das Thor klopfte, wurde mir aus dem zweiten Stock zugerufen: „Für dich ist mein Haus geschlossen, wir sind von nun an geschiedene Leute!" Einige Tage später sandte er mir schriftlich die schrecklichsten Drohungen zu und schalt mich einen Mörder meiner Eltern. Aber ein noch viel empfindlicherer Schmerz wurde mir bereitet; denn als ich am nächsten Abend in meine Wohnung kam, bemerkte ich, daß die Sachen meines jüngsten Bruders Salomon weggeholt waren, auch stellte er sich zur Bettzeit nicht ein. Darauf hatte ich ja gefaßt sein müssen; die Trennung aber von meinem lieben Salomon ging mir sehr nahe, hier scheiterte meine Standhaftigkeit, ich brach in heiße Thränen aus, bei denen aber der HErr zu meinem Tröste mir mehrere in den letzten Tagen gelesene Sprüche vor das Gemüth führte, z. B.: „Selig seid ihr, so euch die Menschen hassen, und euch absondern und schelten euch und

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