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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 7-8 (1880) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
7-8 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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117 für mich schmerzliche Mittheilung, daß er nach Zeist abreisen würde, wohin er als Lehrer berufen worden sei. Jetzt war nach meinem Dafürhalten nur noch ein Schritt zu meiner völligen Bekehrung nöthig, welcher auch sogleich gethan ward. Am nächsten Morgen ging ich zu Rabbi Mose, um mir von ihm, als der letzten Instanz, die messianischen Sprüche auslegen zu lassen, und nachdem ich mir die wahre Bedeutung derselben nochmals eingcprägt hatte, wandte ich mich zum ersten Mal im Gebet an den Heiland: „Herr Jesu, ist deine Sache das Wahre, und ist's dein Wille, daß ich sie bleibend erkennen soll, so stehe mir bei, daß ich bei dem Rabbi nicht zu Schanden werde!" Nach einer längerer Unterhaltung trennte ich mich von ihm, dankbar, daß ich in meiner Uebcrzeugung auch nicht im geringsten erschüttert worden war. Am 23. September ging ich, nach vorangegangener Abrede mit Br. Stare, zum Domprobst Dr. Hummel, der während der Abwesenheit des Bischofs der erste Geistliche der Stadt war, um ihm mein Verlangen, durch die heilige Taufe ein Mitglied der christlichen Kirche zu werden, mitzutheilen. Es wurden darauf die Stunden bestimmt, in denen ich von ihm den nöthigen Religionsunterricht bekommen sollte, welcher mir zum großen Segen gereichte, besonders auch in Folge des lieblichen Umgangs mit diesem wahren und demnthigen Knechte Gottes. Meinem Wunsche gemäß sollte dann die Taufhandlung auf dem Brüdersaal stattfinden. Sonntag, den 26. Oktober 1823, wendete ich mich früh am Morgen in einem inbrünstigen Gebet zu Gott und war sehrfröhlich über seine Hilfe, daß der wichtige Moment nach so manchen Kämpfen und Zweifeln endlich herbeigekommen war, da ich durch das Bad der Wiedergeburt in die Gemeinschaft der Gläubigen ausgenommen werden sollte. Der Tagestext der Gemeinde hieß: „Jerusalem, Jerusalem! Wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt!" Matth. 23, 37. Ganz unmittelbar vor der Taufe, als Br. Stare mich verlassen, um auf dem Saal noch etwas anzuordnen, und ich mich in seinem Zimmer ganz allein befand, hatte ich noch eine recht schwere Anfechtung zu bestehen. Ich wurde nämlich plötzlich von einer

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