Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 5-6 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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00 bischen Schriftsteller lieben es zu erklären, daß im Gegensatz zur christlichen Kirche das Judenthum nie eine Hierarchie gekannt habe. Thatsächlich dagegen hat das Rabbinat Jahrhunderte lang auf den Juden als die schlimmste Hierarchie gelastet, und noch heute liegt es wie ein schwerer Alp auf Millionen von Juden im ganzen Osten Europa's, in Afrika und Asien. Eben gegen diese Tyrannei, welche die Geister so, wie sonst wohl kein System, das die Geschichte kennt, fesselte, erhebt sich denn hier auch der Nothschrei eines Juden. Aber hören wir ihn selbst jene Religion, gegen die schon der Heiland im Kampfe wider die Pharisäer seine Stimme erhob, schildern: „Die ganze Konstitution, in der wir vor Jahrtausenden waren und gegenwärtig noch sind, ist ein Machwerk von Fesselschmicden und ihre Motive Eigennutz und Hcrrsucht. Sie kleideten aber ihre Lehren und Gesetze in einen Gedächtnißkram, welcher der Vernunft nie anschaulich ist; wie sollten da edle Empfindungen und Gesinnungen bewirkt, wie sollten da ausdauernde Tätigkeiten für's Große und Ganze hervorgebracht werden! Sie gaben uns ihrem Eigennutze, Interesse und Herrschsucht gemäß eine solche Verfassung von Ungeselligkeit, Geringschätzung und Verachtung gegen alle anderen Nationen, machten die allgemeine Liebe des Allvaters zu einem Monopol für uns, um uns alle Gemeinschaft mit anderen Völkern, wodurch wir Aufklärung und bessere Einsicht erlangen könnten, abzuschneiden. Sie haben uns in einen solchen Schwall von unsinnigen Gesetzen, Gebräuchen, Ceremonien und Meinungen verflochten, die uns zu jeder Pflicht eines Staats- und Weltbürgers völlig unfähig machen, und daher die Geringschätzung, den Haß und die Verachtung aller anderen Völker gegen uns erregt, — denn mit dem Maß, mit welchem die Menschen messen, wird ihnen wiedergemessen. Daher die Beraubung aller bürgerlicher Rechte und Freiheiten und in aufgeklärten Staaten die an uns ausgeübten Grausamkeiten und die gänzliche Entziehung der Rechte der Menschheit." Gegen die jüdische Hierarchie, welche so das Unglück der Juden verschuldet hat, will er deshalb kämpfen und er fährt fort: „Friedrich der Große hat der jüdischen Hierarchie jede Macht benommen, welche Waffe des jüdischen Fanatismus war oder in der Folge hätte werden können. Der große und der kleine Bann und