Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 5-6 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- Jever 1× ep/1047966
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8? Unter den Segenswünschen und weiterer treuer Fürsorge seiner Wohlthäter ging denn Liepmann ans die Universität; er studirte fleißig in Jena und Wittenberg Theologie, fand aber daselbst auch Gelegenheit, sein rabbinisches Wissen zu verwerthen und Andere im Talmudischen zu unterrichten. Nach der Universitätszeit wurde er in Zerbst als Kandidat geprüft und daselbst 1743 ordinirt. In demselben Jahre wurde er als Prediger nach der Insel Wangeroge berufen und dort 1744 von Sup. Bruschius eingeführt. 1748 hörte Stephan Schultz auf seiner Durchreise durch das Jevernsche Gebiet, daß er daselbst amtire. Am Sonntage Nogatc 1751 aber wurde er als zweiter Prediger in Waddewarden bei Jever eingeführt; hier blieb er dann bis zum Jahre 1771, um von da ab als Obcrprediger in einem Nachbarorte Sillenstede zu dienen. Liepmann muß zweimal verheirathet gewesen sein, denn im Jahre 1753 wird er mit Jungfrau Helene Sophie Behrends, Tochter des Ahlrich Behrends, getraut, und als Kinder aus dieser Ehe werden eine Tochter Anna Margaretha, geb. 1754, gest. 1770, und ein Sohn Christian, geb. 1757, gest. 1764, genannt, während das Konfirmandenregistcr von 1762 eine Tochter desselben, Anna Katharina, die also bereits 1747 geboren sein muß, führt. Die weiteren Schicksale derselben und die seiner zweiten Frau nach seinem Tode konnten nicht ermittelt werden. Er selbst starb im Jahre 1779 am 13. Januar. Stephan Schultz schreibt nach dem, was er aus seiner Umgebung über ihn hat äußern hören: „Man giebt ihm von seiner Amtstreue ein gutes Zeugniß". Natürlich aber hat cs auch ihm so wenig wie allen anderen Proselyten an Verdächtigungen seiner Person gefehlt. Herr Pfarrer Wöbcken zu Sillenstede theilt zum Beispiel mit, daß man sich in dortiger Gegend von ihm eine Geschichte erzählt habe, die bereits von einer ganzen Anzahl bekehrter Jude» genau ebenso als Thatsachc ans ihrem Leben mitgetheilt worden ist, wonach in seinem Nachlasse eine eiserne Katze und eine eiserne Maus mit der Inschrift: „Wenn diese Katze diese Maus frißt, dann erst wird der Jude ein wahrer Christ" gefunden sein solle». Bekanntlich aber stammt diese Geschichte bereits aus dem Mittelalter und wird von einem Kölner Dechanten erzählt, der ein getaufter Jude gewesen sein soll, freilich aber nie cxistirt hat. 7