Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 5-6 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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8K werde auch der Fürst dafür Sorge tragen, daß er nicht aus Mangel an Mitteln das Studium hernachmals werde aufgeben müssen. Das Gesuch beim Fürsten geschah denn auch und hatte den gewünschten Erfolg. Mit 28 Jahren besuchte nun also Licpmann wieder die Schule. Rektor Wessel selbst unterrichtete ihn zuerst privatim im Lateinischen und ebenso der Konrektor Christoph Jürgens im Griechischen, damit er die unteren Klassen überspringen möchte; das Gymnasium selbst aber besuchte er von der Prima ab. Es war ja selbstverständlich, daß er nun auch allen Fleiß aufbot; aber dafür brachte er es auch in kurzer Zeit so weit, daß er die lateinische Sprache ganz genügend verstand und öffentliche Reden in ihr halten konnte, ohne sie abzulesen, auch in der griechischen Sprache sich fortzuhelfen vermochte und sich in der politischen, Gelehrtcn- und Kirchcngeschichte das Erforderliche aneignete, „mit dem klebrigen wurde er verschont". Im Sommer 1739 durfte er dann die Jevernsche Schule verlassen und nahm von ihr in einer lateinischen Rede Abschied. Rektor Eilers verfertigte hierzu eine Einladungsschrift, die in lateinischer Sprache erschien und nach der deutschen Uebersetzung den Titel trug: „Geschichtlicher Brief, in welchem der Schulrektor Wessel Eiters den ehemaligen Rabbi Copilia und nachherigen Christen Christian Fürchtegott Liepmann, der von nun an die evangelische Theologie studiren will, darstellt und zu drei Abschiedsreden, die am 13. Juli 1739 in der Schule zu Jever um 2 Uhr Nachmittags gehalten werden sollen, geziemend einladet." Oldenburg 1739. Hier wird die Lebensgcschichte Liepmanns ausführlich mitgethcilt und auch das Thema genannt, über welches der Proselyt in lateinischer Sprache sprechen wollte — er hatte es sich selbst gewählt — „über das besondere Walten Gottes in der Berufung der Menschen zur christlichen Kirche". Als Gegenstücke zu dieser Rede wurden noch zwei andere von Schülern, die gleichfalls die Anstalt verließen, gehalten. Johann Heinrich Fibing sprach ebenso lateinisch „über die hauptsächlichsten Ursachen der Erscheinung, daß so wenige Juden zu der christlichen Gemeinschaft treten", und Robert Anton Jansen, wiederum lateinisch: „über die hauptsächlichsten Gründe dessen, daß so viele Juden, die sich schon zur christlichen Lehre bekannt haben, wieder rückfällig werden".