Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 5-6 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- Jever 1× ep/1047966
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84 sich freilich gezwungen gesehen, vor der Kirche wieder umzukchxen, denn dieselbe vermochte die Menge derer, die Einlaß begehrten, nicht zu fassen. Auch aus der ganzen Nachbarschaft hatten sich nämlich die Leute eingefunden, und unter den Anwesenden bemerkte man viele Stndirte. Als Copilia darauf das Glaubensbekenntniß abgelegt hatte, sah die große Versammlung der Tanfe mit Freuden entgegen, und „sie gebühre ihm", äußerte man unter einander. Die Pathcn stellten sich jetzt neben den Täufling; es waren 1) der Durchlauchtige Statthalter zu Jever, Johann Ludwig Prinz von Anhalt-Dornburg; 2) der Vicepräsident August v. Dieskau und 3) der Rath Anton Balich — und nun wurde der Taufakt vollzogen. Auf den Wunsch des regierenden Landesfürsten erhielt Copilia hierbei die Namen Christian Fürchtegott, während sein Hauptnamc hinfort Liepmann war. Die Taufe hatte für Liepmann das Interesse Vieler erweckt; insbesondere waren die anwesenden Studirten darin einig, daß derselbe einem gelehrten Berufe zugesührt werden müsse. Seine geistlichen und selbst theologischen Kenntnisse hatten sich als so hervorragende bewiesen, daß Viele urtheilten, er bedürfe nur noch einer nicht allzulangen, schulgerechten Unterweisung, um gewiß einmal mit Segen das geistliche Amt verwalten zu können. Das Hebräische hatte er überdem für einen solchen Fall nicht erst nachzustudiren, denn seine Kenntniß dieser Sprache war eine mehr als gewöhnliche; das Lateinische und Griechische dagegen und so viel von anderen Wissenschaften unerläßlich war, so hoffte man allerseits, werde er auch trotz seiner 28 Jahre sich noch anzucigncn im Stande sein. Der Rektor Wessel Eilers an dem Gymnasium in Jever, welcher gleichfalls für den Proselytcn ein herzliches Interesse gewonnen hatte, war derselben Meinung, und die Wünsche, die er von so vielen Seiten äußern hörte, daß man den Bekehrten-doch dem geistlichen Amte zuführen möchte, fielen bei ihm auf einen fruchtbaren Boden. Er veranstaltete also ein Gespräch mit Liepmann, in welchem er, ohne daß Jener die Absicht des Rektors merkte, die geistigen Fähigkeiten des Proselytcn prüfen und sich selbst die Ueberzeugung verschaffen wollte, ob es noch angezeigt und gerathcn sei, diesen Mann den Studien zuznführen. Liepmann