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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 5-6 (1880) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
5-6 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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80 ernstlich nach, was ihn zu diesem Schritte bewogen habe, und Copilia schilderte ihm: wie er sich so viele Jahre innerlich abgequält, aber einen Trost, welcher dem eigenen Herzen wahrhaft genügte und der ihm auch bei dem Gedanken an das göttliche Gericht Frieden verliehen hätte, weder in dem jüdischen Gesetze noch sonst irgendwo unter den Juden, noch in dem Betrüge der menschlichen Eitelkeiten und der menschlichen Hoffahrt habe finden können. Christus dagegen sei ihm endlich als dieser Friede und Trost offenbar geworden, deshalb sehne er sich danach, in seinen Bund ausgenommen zu werden. Der Superintendent hörte ihm still zu und lobte zunächst seinen Vorsatz, aber alsdann wandte er sich an Copilia mit anderen und sehr ernsten Worten. Denn er wollte es vermeiden, daß nicht etwa das Heilige zum Spott gemacht würde, und wollte ebenso einer bloö flüchtigen Erregung des Augenblicks entgegentreten. Darum redete er dem Bittenden gar eindringlich in's Gewissen und bat ihn, ja recht zu überlegen und zu prüfen, was er begehre und thun wolle. Sei sein Verlangen nicht ein wahrhaft inbrünstiges des ganzen Herzens oder entstamme es nicht einem Gemüthe, das bereit sei, standhaft alle Folgen zu ertragen, die ein solcher Schritt mit sich führen könne, dann möge er des allwissenden und gerechten Gottes nicht spotten und wieder umkehren, da es hierzu noch wohl Zeit sei. Copilia aber nahm diese Ermahnungen mit dem rechten Geiste auf, er dankte dem ernsten Seelenhirten für seine Ermahnungen, bat ihn jedoch inständig, es mit ihm zu versuchen, ob er nicht redlichen Sinnes sei; und dies that er in einer so demüthigen, einfältigen und herzlichen Weise, daß der Superintendent Vertrauen gewann und ihm zum Unterricht zu kommen gestattete. Copilia stellte sich also regelmäßig im Hause jenes Geistlichen zur Unterweisung ein, und da dies ganz öffentlich geschah, erfuhren es auch bald die Juden. Sofort begannen dieselben ihr trauriges Werk gegen den sogenannten Abtrünnigen. Man will ja das Zeugniß, welches jeder ernstgemeinte Uebertritt eines Juden zur christlichen Kirche enthält, daß nun doch Christus der Heiland ist und seine Verwerfung die schwerste Sünde Israels, unter den übrigen Juden nicht an das eigene Gewissen dringen lassen und greift zu allen Waffen, um sich nur nicht selbst innerlich strafen und verurtheilen lassen zu müssen. Ganz allein daher

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