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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 3-4 (1880) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
3-4 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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66 Jrrthum besteht nur darin, daß er Judenthum und Christenthum als wesentlich gleichartige Religionen betrachtet, während sie im ernstesten Gegensätze zu einander stehen. Besondere Anerkennung aber fordert überdem der Adel seiner Gesinnung. Je mehr ihm die innigste, d. h. vor Allem religiöse Verschmelzung von Juden und Christen am Herzen liegt, desto größer ist es an ihm, daß er dieselbe nun doch nur auf wahrhaft religiöse Weise, nämlich aus innerster Ueberzeugung heraus geschehen sehen will, und, wo diese nicht stattfindet, sie auf's Ernsteste zurückweist. Ein so groß und so klar denkender Mann hat denn auch in der zweiten Frage, die zwischen den Juden und ihrer Umgebung besteht, nicht so leichtfertig wie fast alle die anderen, welche aus seinem Stamme her ihre Stimmen erhoben haben, genrtheilt, nämlich in der Ratzenfrage. Er bekennt, daß Ratzeneinheit für ein Volk wünschenswert) und in gewissen Grenzen erforderlich sei. „Wer die leibliche Substanz einer Volksseele als ein Eigenthümliches lieb und werth hält, der ist darob nicht Materialist/" Ja er fordert, daß die Juden in Betreff des Vaterlandes ganz anders fühlen und denken sollen, als auch ein Lazarus sie fühlen und denken lehrt. Nur dann hält er es für möglich, daß die Juden wirklich die Länder ihres gegenwärtigen Wohnens als ihr Vaterland und ihr Volk ansehen lernen, wenn sie für immer auf Palästina verzichten und nicht anders, als etwa die eingewanderten Franzosen in Deutschland leben. Sie sollen deshalb auch in keiner Weise anders als die übrigen Bewohner des Landes dem Vaterlande gegenüber fühlen. Die französischen Juden sollen nichts als Franzosen und in keiner Weise Volksgenossen anderer Juden, sondern nur ihre Religionsverwandten sein; wie die französischen Protestanten wohl Religions- Verwandte der deutschen Protestanten, aber dabei durchaus nur Franzosen und gar nicht Deutsche sind. „Wir Juden müssen anerkennen, daß der Ratzeninstinkt mit Nichten simple Barbarei, sondern ein natürliches, national berechtigtes Verlangen ist .... ein gutes psychologisches Motiv, das nur nicht eine sittliche Norm bilden soll." Dagegen ist ein „nationales Doppelgefühl nicht nur ein unsittlich Ding, sondern ein Unding". Dem jüdischen Geschichts-

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