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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 3-4 (1880) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
3-4 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Sk Nachdem er die Universität verlassen, erhielt er mehrfach ehrenvolle Berufungen zum Predigtamte. Der berühmte schwedische General Graf Gustav Horn begehrte ihn zum Hofprediger, in Bennfeld, Schlcttstädt und Colmar wurden ihm Pfarreien angebotcu, aber aus Liebe zu seinem Frankfurt schlug er alle diese Stellen aus. Die Vaterstadt berief ihn denn auch an eine ihrer Kirchen, und den 13. Januar 1634 durfte er seine Probepredigt über Colosser 2, 9 „In Christo wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig" halten. In demselben Jahre heirathete er die Tochter eines Frankfurter Metzgermeisters, mit welcher er 41 Jahre im Ehestande lebte. Die Ehe war eine sehr glückliche, 4 Söhne und 3 Töchter wurden aus derselben geboren und werden dieselben als ebenso gutartig wie gehorsam gerühmt; doch waren sie sehr kränklich, 4 starben denn auch schon im zartesten Alter, und den Vater überlebte nur eine Tochter, die sich mit dem Prediger Philipp Benckherr, einem College» Lichtensteins, verheirathete; auch dieser sein Schwiegersohn wurde vor ihm abgerusen. Sein erstes Amt verwaltete der neue Prediger 6 Jahre lang am Hospital, und hatte er zur selben Zeit Oberrad und Bornheim mit zu versorgen. Diesem seinem Amte hat er mit der größten Sorgfalt und Treue vorgestanden. Beim Antritt der Stelle fand er im Hospital und Lazareth 750 Kranke vor, und es wird ihm das Zeugniß gegeben, „daß er denselben fast stündlich, sowohl bei Nacht als bei Tage, sowohl in Hitze als Kälte, mit mancher augenscheinlichen Gefahr seiner Gesundheit und seines Lebens, mit Trost den armen Seelen beigesprungen und aufgewartet, dabei er zugleich 26 arme Sünder besucht, unterrichtet und mit christlichem Zuspruch zur Gerichtsstätte begleitet hat". Besonders schön und groß trat seine seelsorgerische Treue in den Pestzeiten zu Tage, die er nicht weniger als dreimal durchzumachen hatte. Wer damals seiner begehrte, fand ihn stets zum Beistände bereit; Arme und Reiche, Große und Kleine sahen ihn ohne Furcht und Bangen an ihr gefährliches Lager treten, damit er ihnen das Wort des Lebens und die Speise der Ewigkeit im Abendmahl darreichte. Sich selbst vergaß er ganz und gar und schonte auch nicht einen Augenblick seiner. Der Pesthauch drohte ihn fortwährend selbst zu vergiften, aber ihm war das Apostelwort Wahrheit: „Unser Keiner lebt ihm selber, unser Keiner stirbt

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