Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1880-01-01 · 3-4 (1880) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
3-4 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554860-2554863--07367-2563380
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

55 in's Gestimmt 200 Personen, in den hohen Chor, ordnete sie zu Dreien und Zweien und führte die Getauften nunmehr in Procession als liebe Mitchristen über den Römerberg und Markt zum Nürnberger Hofe. Auch die Juden sahen diesen Zug an und mögen ihn mit eigenen Gefühlen betrachtet haben. Im Nürnberger Hofe befand sich die Wohnung des Schultheißen, der es sich nicht nehmen ließ, der Familie Mäher diesen Tag so recht zu einem Ehrentage zu machen. Hier sollten alle diejenigen, welche den Getauften das Geleit gegeben hatten, denselben sich noch persönlich nahen und ihnen ihre Glückwünsche darbringen. Ein besonders kostbarer Wein, der damals so viel gepriesene Malvasier, wurde bei dieser Gelegenheit herumgereicht. Nachdem man einige Zeit znsammengewesen, wurde allen, welche die neuen Christen zu ehren gekommen waren, dafür gedankt und alsdann die Versammlung entlassen. Man behielt aber auch weiter die Familie in treuer Sorge und gedachte besonders der Kinder. Deshalb schlug man dem Vater vor, er möge seinen Sohn Georg Philipp, damit er eine recht gute, christliche Erziehung empfange, in das Haus und die Kost zum Prediger C. Sultzcr thun, und der Vater ging hierauf ein. Zunächst besuchte dann der Knabe von diesem geistlichen Hause aus die deutsche Schule und hernach das Gymnasium. Inzwischen war aber Prediger Sultzer gestorben und der Knabe deshalb zum Rector M. Heinrich Hirtzwig gethan worden. Auf dem Gymnasium blieb er 8 Jahre und verließ dasselbe dann Ostern 1623; sein Abgangszeugniß enthielt die Bemerkung, daß man, ohne ihn erheben zu wollen, doch sagen müsse, er fei ein wahres Muster eines in allen Stücken willigen und gehorsamen Schülers gewesen. Lichtenstein besuchte nun die Universität Gießen, später begab er sich nach Marburg, wo er auch im Jahre 1625 unter großem Beifall eine Rede in hebräischer Sprache über die Schöpfung Himmels und der Erde hielt. Seine Kenntniß des Hebräischen war überhaupt eine ausgezeichnete, so daß er dreimal bei Universitätsdisputationen in dieser Sprache opponirte, und Studirenden, ja selbst auch Pastoren hierin während seiner Universitätszeit Unterricht ertheilte. 1629 vertauschte er Marburg mit der Universität Straßburg, wo er sich besonders im Predigen übte, so daß er in allen 7 Kirchen daselbst gepredigt hat.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.