Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 3-4 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Obrigkeit, die denn auch, als Vorstellungen nichts fruchteten, den Kleinen der Mutter an einem Sabbath mit Gewalt weguahm und ihn dem Vater zustellte. Es wurde der Frau Brendel gesagt, daß sie ihr Kind behalten solle, wenn sie zu ihrem Manne zurückkehrte, aber dieselbe opferte lieber den Sohn, als daß sie dem in ihren Augen Abtrünnigen die Hand reichte. Am 31. December desselben Jahres 1606 nun fand die Taufe Mayers und seiner drei Kinder statt. Dieselbe erregte so viele Theilnahme und ein so großes Aufsehen, daß sie von Magister Maternus Köhler in einem Manuscript von 23 Bogen beschrieben wurde, welches dann der Familie Lichtenstein verblieb; der Titel dieses Berichtes lautete: „Juden Licht und Bericht von Bekehrung Joh. Daniel Lichtenstein, vormals Meyer zur goldenen Kanne". Der Verfasser stellt diese Bekehrungsgeschichte in Form eines Zwiegesprächs zwischen I. D. Lichtenstein und seinen Verwandten dar, in welchem zunächst die Gründe des Uebertritts weitläufig auseinandergesetzt werden und sodann der Taufbericht selbst folgt. Mayer also erhielt in der Taufe die Namen Johann Daniel Lichtenstein; seine Pathen waren der Schultheiß von Frankfurt Joh. v. Martorf, der Consul Daniel Braumann und Herr Christoph Ludwig Völker. Der älteste Sohn erhielt die Namen Hieronymus Achilles; seine Pathen waren Hieronymus zum Jungen, Hieronymus Mengershausen und Achilles v. Hinsperg. Der jüngste Sohn wurde Georg Philipp genannt; seine Pathen waren Georg Egler, Philipp Zang und Peter Bernoulli. Die Tochter bekam den Namen Ursula; ihre Pathen waren Frau Hermann Reckmann, Ursula Bechtol und Frau Johanna Moniger. Die Taufe fand in der Barfüßerkirche statt und wurde von dem ältesten Prediger M. I. Moniger vollzogen, während P. Bastian Ritter eine Ansprache über den Text Apostelgesch. 2,37—42 „Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir thun? u. s. w. und Petrus antwortete: Ein Jeder lasse sich taufen u. s. w." hielt. Nach der Ansprache des Predigers legte der Vater sein Bekenntniß ab, indem er die fünf Hauptstücke laut und deutlich vor der versammelten Gemeinde aufsagte, dasselbe that dann auch seine Tochter, und hierauf erfolgte die Taufe. Als dieselbe vollendet war, berief man die Pathen, die Herren des Rathes, die Prediger, eine Anzahl vornehmer Beamten und Bürger mit ihren Frauen,