Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 3-4 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Nachschrift. Soeben kommt die Nachricht, daß mehrere abess. Häuptlinge und König Menelek von Schoa sich gegen König Johannes erheben, und der Schreckensherrschaft des Letzteren also wohl bald ein Ende gesetzt werden dürfte. Gott wird seine Gnadenflügel über unsere Gemeinden ausbreiten, daß sic aus dem Ofen des Elends geläutert hervorgchn. M. Georg Philipp Lichtenstein. 1606-1682. Im letzten Jahrgange unserer Zeitschrift hatten wir die Lebensgeschichtc des ersten evangelischen Predigers aus den Juden, Christian Gerson, mitgethcilt. Der zweite Fall, daß ein bekehrter Jude evangelischer Prediger wurde, verdient nicht minder unsere Aufmerksamkeit; denn die Lebensschicksale dieses Mannes und seine Persönlichkeit waren so besonderer Art, daß er bereits in seinen Tagen Vieler Angen auf sich zog. Hat doch Dr. Spener ihm die Leichenpredigt gehalten, die auch den Leichenpredigten desselben beigefügt ist (Theil 2, 254 fl.), und vielfach wird Lichtenstein's in früheren Schriften Erwähnung gethan. Ausführlicher spricht über denselben I. I. Schudt in seinen Jüdischen Denkwürdigkeiten, ebenso weisen auf denselben hin: v. Lerssners Frankfurter Chronik, Dieffenbach in seinem Judaeus convertendus und conversus, Hosmann im „Schwer zu bekehrenden Judenherzen" und neben vielen Anderen der Proselyt und bekannte Pastor Fr. Alb. Augusti in seiner Schrift „Frommer Proselyten Trost und Ermunterung zur Glaubensbcständigkeit". G. Ph. Lichtenstein ist ein Frankfurter Kind, Frankfurt a. M. aber diejenige Stadt Deutschlands, welche sich vor allen anderen durch die Fürsorge ihrer Geistlichkeit für die daselbst wohnenden Juden ausgezeichnet hat. Das ganze 17. Jahrhundert hindurch und bis zu den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts hat man hier cvangelischerseits, und besonders haben es viele Prediger gethan, an das Heil der Juden mit großem Ernste und regem Eifer gedacht, eben deshalb aber auch in dieser Stadt reichlicher als an vielen anderen Orten geerntet; wir erinnern unter den Proselyten aus jener Zeit nur noch an Pastor G. T. Zeitmann, dessen Lebensbild gleichfalls unser letzter Jahrgang brachte.