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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 3-4 (1880) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
3-4 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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47 sonders in der engen Verbindung von Gott und Mensch dem Christcnthum geradcswegs den Vorzug vor dem Judenthum zuspricht, wenn er auch den jüdischen Gottesbcgriff festhält und die Gottheit Christi nicht anerkennen will; und das gesammte Denken der Juden, so führt der genannte Schriftsteller mit Recht aus, sei jetzt christlich beeinflußt. Jedesfalls übersteigt auch die Zahl der Juden, welche zum Christenthum übertreten, ohne daß in irgend erheblicher Zahl Gewaltbekehrungen stattgefunden hätten, bei Weitem die der früheren Zeiten; und darin spiegelt sich doch nur die Thatsache wieder, daß die enge Berührung der Juden mit der christlichen Geisteswelt ihre Widerstandsfähigkeit gegen dieselbe vermindert hat. Wir haben früher einmal nachgewicsen, daß sich gegenwärtig die Zahl der jährlichen Judentaufen im Gebiet der gesammten christlichen Kirche auf etwa 1000 belaufen mag, während sie in den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts eine noch bedeutendere war, und daher allermindestens 100 000 Judentaufen in diesem Jahrhundert bisher geschehen sind; daß auf die evangelische Kirche etwa 250 Taufen des Jahres fallen, und die Hälfte derselben durch die Mission geschieht. Kurzer Hand über alle diese Bekehrungen abzusprechen, ist selbst für die Juden nicht mehr möglich. Wir leugnen zwar nicht, daß so manche dieser Uebertritte aus rein äußeren Gründen erfolgt sind, und daß andere Juden das Christenthum nur als die höhere Kulturmacht anerkannten, so daß sie eben deswegen die Synagoge verließen; aber das Leben vieler Proselyten war und ist auch ein so klarer Beweis ihres opferbereiten und innigen Christenglaubens, daß Juden und Christen hiergegen nun einmal ihre Augen nicht verschließen können. Die Mission darf getrost darauf Hinweisen, daß gerade unser Jahrhundert Proselyten aufzuweisen hat, welche so tief und erfolgreich in die christliche Geschichte unserer Tage eingegriffen haben, wie es eben nur im Anfänge der Kirche der Fall gewesen ist. Eine solche Reihe von Männern wie Stahl. Neander, Cappadose und da Costa und insbesondere so viele christliche Geistliche aus Israel, zum Theil von hervorragender Bedeutung, hat der Raum eines Jahrhunderts früher niemals aufzuweisen. Darüber soll nun die Mission in Erinnerung bringen, daß wie sich der Fluch, den sich Israel durch seinen Unglauben und Widerstand gegen Gott zugezogen hat, auch für ihre Umgebung

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