Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 3-4 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Mission ausgeübten zusammenfließen, der eine bahnt dem andern den Weg; man sieht nur oft nicht die Mündung in demselben Gebiete einfließen, wo der Quell lag. Jedesfalls aber ist es unbestreitbar, daß eine fortwährende Wechselwirkung zwischen Mission und Kirche stattgefunden hat. Das größere Leben in der Kirche führte zu Bildung von Missionsgesellschasten, und die Missionsgesellschaften oder die Missionare hinwiederum steigerten das Pflichtgefühl in der Kirche, was denn in weiterer Folge zur Bildung immer neuer Missionsvereine führte; die verschiedenen Jahrzehnte unseres Jahrhunderts legen hiervon ein beredtes Zeugniß ab. Das Natürlichste ist es nun freilich, daß die Erkenntniß der Missionspflicht die Kirchen bestimmt, das Missionswerk als Kirche selbst in die Hand zu nehmen und es ganz eigentlich in den Kreis der allgemeinen kirchlichen Thätigkeiten, jeder anderen mit gleicher Pflicht und gleichem Recht zur Seite stehend, auszunehmen. Dies Verhältniß findet in der baltischen Kirche wie in etlichen der kleineren Kirchen Großbritanniens, aber auch in der schottischen Staatskirchc statt. Und diese Missionen sind insbesondere wie ein Zeugniß so eine Mahnung der Kirche selbst an alle ihre Glieder. Da aber nicht darauf gewartet werden kann, bis überall die Kirchen auf diesem Standpunkt angelangt sind, so ist es sehr wohlgethan, wenn sich Missionsgesellschaften in der Mitte derselben bilden, welche nur auch ihr Augenmerk darauf zu richten haben, daß sie immer mehr das Gewissen ihrer Kirchen selbst Wecken und dieselben reizen und crmuthigen, daß die mehr private Thätigkeit eine allgemeine und ein öffentliches Zeugniß der Gesammtheit werde. Zunächst fteilich sind wir von diesem Ziele noch ziemlich weit entfernt, wenn gleich mit Dank anerkannt werden muß, dgß es auch in diesem Stücke während unseres Jahrhunderts vorwärts gegangen ist; denn daß sich eine so große Reihe von Missionsgesellschaften bilden konnte und dieselben kräftig fortbestehen, war und ist doch nur darum möglich, weil eben allmählich ein gewisser und nicht abzuläugnender Sinn für Missionsthätigkeit an den Juden innerhalb der Gemeinden nnd Kirchen erwacht ist. Worauf es jedoch gegenwärtig insbesondere ankömmt, ist dies, daß sich Kirche und Mission zum gegenseitigen Besten ihrer Gemeinsamkeit und ihres einen Geistes immer mehr bewußt werden, und hier fehlt freilich noch Vieles. Denn trotz des wachsenden