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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 3-4 (1880) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
3-4 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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43 A. M. Ratisbonne von der Gesellschaft Jesu in's Leben gerufen hat, übt anderweitige und noch directere Missionsthätigkeit aber nicht; die griechisch-russische Kirche hat nur sehr dürftige Bemühungen auf dem Gebiete der Judenmission aufzuweisen; und so lassen es diese beiden Kirchen, welche doch zusammen über % aller Juden in ihrer Mitte wohnen sehen, an der Sorge für dieselben gar zu sehr fehlen. Die evangelische Kirche Rußlands kommt, außer in Russisch-Polen, im Allgemeinen ihrer Pflicht mehr nach. Im Ganzen aber kommen auf einen evangelischen Missionsarbeiter 23 000 jüdische Seelen, ein Verhältniß, das nicht ungünstiger als das in der Heidenmission ist. Die für die Judenmission ausgewandten Mittel stellen sich sogar höher als in der Heidenmission. Denn während sich die Ausgaben für je einen Heiden auf 2 Pf. berechnen lassen, so betragen die für einen Juden nicht weniger als 22 Pf. Was nun aber die Erfolge dieser Missionsthätigkeit betrifft, so hat man dieselben jedesfalls zumeist unterschätzt. Schon die Zahl der durch Missionare selbst vollzogenen Taufen ist doch keine so geringe, obwohl die Zahl der Taufen ja doch gewiß nicht als der eigentliche Gradmesser für den Werth und die Bedeutung der Missionsarbeit anzuführeu ist. Die Gesellschaften aber haben es sich wenig angelegen sein lassen, für die Kenntniß ihres Werkes in dieser Beziehung Sorge zu tragen. Nach den in diesem Stücke nicht einmal vollständigen Berichten der Londoner Mission hat dieselbe bisher gegen 3900 Juden getauft, die Berliner über 600, von den andern Gesellschaften waren bisher keine irgendwie befriedigenden Angaben zu erlangen. In den muhammedanischen Ländern geschehen Bekehrungen von Juden ausschließlich durch das Werk der Mission, und überall in der Christenheit, wo Missionare stationirt sind, sehen wir die Zahl der Judentaufen wachsen. Aber ein großer Theil der durch die Missionare angeregten Juden läßt sich in den christlichen Ländern durch die Geistlichkeit der Kirche, welcher sie sich nun auschließen wollen, taufen; und sehr viele von denen, die einmal Christen werden, bekennen es auch selbst, daß ihre innere Geschichte mit dem Zeugnisse, welches durch Missionare an sie getreten ist, zusammenhängt. Hieraus ergiebt sich denn auch von selbst, wie sehr überall der allgemeine christliche und kirchliche Einfluß mit dem durch die

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