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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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25 kerung, zu einem bedeutenden Theile aber auch der leichtfertige Adel Rumäniens, Ungarns, Galiziens, der Bukowina und der polnischen Gegenden Rußlands seinen Landbesitz nur noch scheinbar innehat und vorzüglich im Interesse der Juden die Scholle bebaut. Nicht in so hohem Grade, und keineswegs etwa von Juden allein, wird jüdischerseits in Deutschland Wucher getrieben, aber daß derselbe auch zu den hervorragenden Schäden innerhalb der jüdischen Gemeinschaft Deutschlands gehört, wird von einsichtigen Juden selbst zugestanden. Desto ernster ist die Thatsache, daß die moderne Börse sich vielfach in den Händen von Juden befindet; in Wien und Berlin so stark, daß an den jüdischen Feiertagen die Geschäfte derselben fast gleich Null sind. Aber gerade die Wiener und. Berliner Börse haben ein wahrhaft entsetzliches Verderben über Deutschland und Oesterreich gebracht. Auf jene niedrige Seite des Menschen, die Gewinnsucht und Geldgier rechnend haben sie Hoch und Niedrig der Bevölkerung beider Reiche in jenen Gründertaumel hineingezogen, der uns unsägliches äußeres Elend gebracht, vor Allem aber der Volkssittlichkeit in allen Ständen Wunden geschlagen hat, wie es durch nichts sonst so rasch und so allgemein in unserer Geschichte geschehen ist. Die erste Verführung und Verlockung kommt hier auf die Rechnung der Börse, das hat auch ein Lasker anerkannt, der freilich nie die Seinen, sondern stets nur Christen namentlich anklagte. Mit Recht nannte jedoch Minister Maybach noch jüngst die Börse nach ihrem heutigen Wirken einen Giftbaum. Ucberall aber, wo das moderne Kapital und die moderne Börse ihre Macht entfalteten und mit ihnen der Geldsinn in die Bevölkerungen einzieht, geht jener Prozeß unaufhaltsam vor sich, welcher die Mittelglieder der Gesellschaft zerreibt, so daß sich nun der Besitz in wenigen Händen sammelt, und dem gegenüber sich eine große Masse bildet, die aus der Hand in den Mund lebt und sittlich verwildert: das Proletariat und die Socialdcmokratie. Wie furchtbar ist aber gerade durch die Börse und das moderne Kapital dieser Prozeß in den letzten Jahren beschleunigt worden! Dabei nimmt unter den Juden die Flucht vor der einfachen Arbeit noch immer zu. Der offene Brief eines jüdischen Predigers an Hofpr. Stöcker in der Israelitischen Wochenschrift gesteht selbst zu: „Wir leugnen nicht, daß sich zn viele Juden in das geschäft-

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