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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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24 Zeitung des Judeuthums" selbst ein russischer Jude: „Der russische Jude, mag er auch noch so arm sein, sieht mit einem gewissen Stolz auf den Handwerker herab. Der Handwerker wird noch immer als ein Paria betrachtet . . . der eine Jude sieht auf den andern und bald paßt ihm diese, bald jene Beschäftigung nicht." Die Verachtung der einfachen Arbeit in der That läßt diese jüdische Bevölkerung nicht zu besseren Verhältnissen kommen. Man bedenkt aber nicht, was man sagt, wenn man jüdischerseits die Schuld darin sucht, daß die Ihrigen dort enge zusammen wohnen; denn auch die christliche Bevölkerung wohnt enge zusammen, das schadet ihr aber nur in dem Falle, wenn ein schlechter Sinn in ihr herrscht. Die Möglichkeit, sich durch einfache Arbeit recht zu ernähren, ist den Juden daselbst sehr wohl gegeben, es kommt mir daraus an, daß sie auch zu einer solchen die Lust und den Sinn haben — aber gerade hieran fehlt es ihnen eben. Sehen wir nun jedoch den Handel der Juden im Osten selbst an, so stoßen wir da auf nicht minder betrübende und bedenkliche Erscheinungen. Der scheußliche Mädchenhandel ans Südeuropa und Rumänien nach der Türkei wird besonders von Juden betrieben. An dem Schmuggelhandel in Rußland sind vorzüglich Juden betheiligt. Nichts ferner wird der slavischcn Bevölkerung so sehr znr Versuchung-und nichts stiftet in ihr ein so großes Elend, als der Branntwcingenuß. Gerade aber zu dem Verkaufe desselben drängen sich überall im Osten vor Allem Juden. In einer Schrift, welche noch dazu hier alle Schranken für die Juden niederzureißen fordert, berechnet ein jüdischer Schriftsteller I. Jatyon die vom Branntwein lebende jüdische Bevölkerung Rußlands auf 500,000 Seelen! Ist es aber nicht entsetzlich, in solchem Maße sich einen Lebenslauf zu erwählen, bei dem vor Allem auf die niedrigen Eigenschaften und auf die Leidenschaften des Nebcnmenschen speculirt wird, bei dem man nur au den möglichsten eigenen Gewinn denkt und alles Gefühl für das Elend des Anderen verliert! Ja, in jenen Gegenden reizt man geradeswegs den Bauern zu immer weiterem Genuß dieses verderblichen Getränkes, und borgt ihm so lange, bis er mit Haus und Hof, mit Hab und Gut dem Branntweinhändler vollständig verfallen ist. Oder man leiht ihm Geld zu Wucherzinsen, die das Seine verzehren müssen — und so ist es dahin gekommen, daß vielfach die bäuerliche Bevöl-

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