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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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21 Streben, welches uns das Alte Testament darstellt, und einem andersgearteten beginnen, dessen letztes Ergebniß die heutige Gegenwart der Juden aufzeigt. Nicht sogleich wurden, als Christus und seine Apostel vergeblich von den Juden im Namen der ganzen früheren Offenbarung und des ganzen Glaubens der Frommen des Alten Bundes Gehorsam gegen das Evangelium forderten, die früheren gesellschaftlichen Ideale verworfen. Wir finden noch unter den Rabbinen des Talmud in Asien so manchen Ackerbauer und Handwerker; wir sehen in jener Zeit, wo es ungemein Viele gab, die mit dem Titel Rabbi geehrt wurden, dieselben im Uebrigen vielfach einen einfachen Lebensbernf ausüben und diesen durchaus nicht als etwas sie Entehrendes betrachten; hören Sprüche, wie die: „Schön ist das Studium der Lehre mit einer weltlichen Beschäftigung!", oder: „Wer seinen Sohn kein Handwerk lehrt, lehrt ihn Räuberei'"; und einen einfachen Schreiber redet ein Rabbi an: „Dein Beruf ist ein göttlicher Beruf!" Aber daneben zieht sich nun hier ein anderer Strom, den das Alte Testament und das Evangelium nicht kennen, und diesem ist hernach je länger je mehr die Menge gefolgt. Da heißt es: „Es ist keine schlechtere Handthierung als der Feldbau!" „Wenn Einer hundert Ortsthaler in der Handlung hat, so kann er alle Tage Fleisch und Wein genießen; wenn er aber hundert Ortsthaler zur Erde (Ackerbau) anwendet, so kann er nur Salz und Kraut essen." Auch Dr. Meyer von der jüdischen Presse führt Sprüche an, wie die: „Wenn die Israeliten den Willen des Allgegenwärtigen vollführen, wird ihre Arbeit durch Andere geschehen." „Ich lasse alle Handwerke der Welt liegen und lehre meinen Sohn nichts als das Gesetz." „Sahst du jemals ein Wild oder einen Vogel ein Handwerk treiben? und doch ernähren sie sich ohne Mühe; sie sind doch nur geschaffen, um uns zu dienen; ich aber bin geschaffen, um Gott zu dienen; kann ich daraus nicht mit Recht schließen, daß ich mich ohne Noth ernähren soll? Aber ich habe schlecht gehandelt." Eben diese Gedanken aber fanden unter den Juden der Zerstreuung immer mehr Beifall. Der Landesrabbiner von Braunschweig Dr. Herzfeld führt es in einer Handelsgeschichte der Juden des Alterthums des Weiteren aus, wie es ganz überwiegend das Handelsinteresse war, welches die Juden der Zerstreuung hin und

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