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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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heit", „der Leuchtthurm im Sturme der Zeit", „sie sind für die Menschheit, was die Sonne für die Welt"; „wie der Mensch dadurch von dem Thiere ausgezeichnet ist, daß er alle Sinne in gleichmäßiger Vollkommenheit besitzt, also ist auch, das Verhältniß Israels zu den Nationen .... in der Gesammtheit seiner Fähigkeiten und Eigenschaften ist der Israelit vollkommen wie kein anderer Mensch", ruft man den Völkern zu und stellt es lediglich auf Rechnung ihrer Blindheit, wenn sie dazu nicht ihren Beifall geben wollen. Ist es ein Wunder, wenn eine solche Stellung nur den Gegensatz aller herausfordert und auch den Gegensatz derer, die noch an eine künftige Aufgabe des bekehrten Jndenvolkes glauben? Denn aller Vorzug hat im Reiche Christi aufgehört, auch wenn der Eine größere Aufgaben als der Andere auszuführen empfängt; in Christi Reiche leben alle ja nur als Unwürdige von der gleichen unverdienten Gnade, und hier ist also kein Raum mehr für irgend welchen, kein Raum auch für den nationalen Hochmnth, der stets nur scheidet und nicht verbindet. Aber, fragen wir ferner, welchen Gewinn haben die Juden für die Gestaltung ihres eigenen Gesellschaftslebens von der Verwerfung Christi gehabt? Vergleichen wir die gesellschaftlichen Gedanken und Ideale des Alten Testamentes mit denen, welchen wir die Anhänger der Synagoge folgen sehen, so ist ein größerer Gegensatz kaum denkbar. Das Alte Testament zeichnet sich durch seine Auffassung der einfachen und jeder Arbeit unendlich von den Ansichten aller der Völker des Alterthums, welche sie durch Sclaven verrichten ließen, aus. Die Patriarchen Israels, seine heiligen Männer und Propheten, seine Prinzen und Großen sind Landleute und Hirten so gut wie der größte Theil des übrigen Volkes, und mit vollster Herzensfreude preisen Jene einen solchen Berus. Die sociale» Grundgedanken des Alten Testamentes sind durchaus gesunde, und wenn dieselben nur wohl bewahrt wurden, dann mußte sich auf ihrer Grundlage auch ein Volksleben erbauen, das der Nation ein fruchtbares Gemeinschaftsleben erhielt. In jener Periode nach der Rückkehr der Juden aus Babylon aber, wo die alttestamentliche Religion sich allmählich in das pharisäische und rabbinische Judenthum umwandelte, das durch den Talmud seine festere Gestalt erhielt, sehen wir auch einen Kampf zwischen dem früheren socialen Denken und

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