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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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19 Dies ist auch heute wieder die Lage, in welcher sich die Juden da, wo sie überhaupt zahlreicher leben, ihrer Umgebung gegenüber befinden. Was haben sie also mit der Verwerfung des Christus gewonnen, der doch in der That Juden und Nichtjuden in ihm und durch seinen Namen stets eins machte? lieber dem gemeinsamen Glauben an Jesum ist es zwischen beiden noch immer zum Frieden gekommen, ohne denselben eben so gewiß nach allen vergeblichen Ei.nigungsversnchen zu desto größerer Trennung. Einzig und allein Jesus Christus, sonst aber gar keine Macht und kein Mittel, nicht Unterdrückung und nicht Gleichberechtigung, nicht Bildung und nicht Flucht vor derselben, nicht Abschließnng und nicht das bürgerliche Zusammengehen, nicht moderne Cultur und Humanität haben im ganzen Verlaufe der Geschichte seit der Zerstreuung der Juden zu einer Versöhnung zwischen ihnen und ihrer Umgebung geführt. Insbesondere aber trug noch ein Punkt dazu bei, eine Scheidewand zwischen den Juden und den Nationen, in deren Mitte sic Wohnung nahmen, aufzurichten, nämlich ihr volklicheS Auftreten und ihr ganzes gesellschaftliches und sociales Leben und Wesen. „Das Judenthum" verbot den Seinen schon, an den Mahlzeiten der übrigen Bewohner und Bürger der Länder, die nun doch ihre nächste Heimath wurden, theilznnehmen; denn die Speisen, welche sie aus dem Tische derselben fanden, konnten ja unrein sein, und die Theilnahme an einem Mahl des allerfrömmsten Nichtjuden oder auch eines nichtjüdischen Königes konnte sie verunreinigen. Die an Christum gläubig gewordenen Juden dagegen wurden bald belehrt, daß ein solches Hinderniß für die Gemeinschaft der Menschen nicht mehr vorhanden ist, wo sie der Glaube an den Heiland aller Menschen mit einander verbindet. Die volle und ganze, auch durch keine nationalen Schranken beengte Einheit zwischen Juden und Völkern hat Jesus allein gebracht. „Das Judenthum" hielt mit zähester und trotzigster Energie einen Vorzug der Juden vor allen Menschen aufrecht, das Christenthum lehrte den Juden Paulus sprechen: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Weib, sie sind allzumal Einer in Christo!" Noch heute aber wird man jüdischerscits nicht müde, den eigenen Vorzug geltend zu machen. „Die Juden sind die Priester unter den Nationen", „der Inbegriff der ganzen Mensch- 2*

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