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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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13 hineingcbaut; diese dagegen reißt, indem sie das Evangelium durch die Humanität ersetzt, die Gewissensscheu nieder. Der Socialismus und die Socialdemokratie mit ihrem diabolischen Haß haben sich an dieser Zeitungsliteratur, welche ihnen die Bildung und das Wissen und die Aufklärung an Stelle des alten Christenglaubens darbot, genährt; sie haben darüber den Glauben und die Religion verloren, das gesteigerte Wissen aber hat sie nur höhere Ansprüche zu stellen „und die Erde zu reklamiren" gelehrt. Ja, ein vielfältigeres Schulwissen haben auch die jüdischen Bemühungen herbeiführcn helfen, aber die höhere Wissens¬ und Kopfbildung hat keine höhere Herzens- und Gemüthsbildung zur Folge gehabt, sondern das Gegentheil, und dies eben darum, weil man die Bildung nicht in dem Boden ihre Wurzeln schlagen ließ, aus dem sie bisher allein rechten Saft und Kraft gezogen hat: dem einfältigen Christusglauben. Göthe war es bekanntlich, der die Thatsache aussprach, daß sich nur die Zeiten lebendigen Glaubens als fruchtbar für Mit- und Nachwelt erwiesen haben, alle andern aber mit ihrem Scheinglanz vergingen. Was haben sich also die Juden dadurch für einen Dank erworben, daß sie, bei der Verwerfung Christi beharrend, in das allgemeine und öffentliche Leben einzugreifen begonnen haben? Das religiöse Fundament ist durch ihr Wirken bei Vielen erschüttert, und eine neue Grundlage, auf welcher sich das Leben sicher Herstellen ließe, nicht gewonnen worden. Darüber ist aber auf der einen Seite die Scheidewand zwischen ihnen und den Völkern höher geworden, und auf der anderen finden sie einen Beifall, der sie selbst bedenklich machen müßte. Eins aber liegt handgreiflich zu Tage, sowohl ihre Feinde als ihre Freunde betrachten sie als eine Hilssmacht gegen den Glauben und die Religion, Niemand dagegen als eine solche, von denen man die religiöse Wahrheit hören und lernen will! Daran gerade wird weniger als je gedacht. Im Dienste der Entwickelung des Unglaubens weisen ihnen alle Theile eine Stelle ein, aber nicht in dem des Glaubens. Wäre es also der Beruf und die Aufgabe „des Judenthums", die allgemeine Weltreligion zu werden, so würde heute jedenfalls das Ziel für dasselbe noch ferner als jemals früher liegen. Die Abweisung Christi hat in der That der Synagoge für die Erfüllung der Mission der Inden nichts geholfen, sondern ihnen hierin nur ge-

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