Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 1-2 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 und Uniiarier beweist! Die »ach der Meinung der Synagoge höchste Form der Gotteserkcnntniß und der Religion hat, sobald sie auch von Andern angenommen wird, nach dem Ausweise der Geschichte nur das Verkommen ihrer Bekenner zur Folge. So wenig zeigt sich ein Fortschritt unter dieser letzteren, so wenig zeigt diese sogenannte höhere religiöse Stnfc die Fähigkeit, höheres und besseres, geschichtlich reicheres und wirksameres Leben zu schaffen, daß sie vielmehr auf a llen Punkten nur stets ein Herab sinken zuwege gebracht hat. Ein anderes weltgeschichtliches Beispiel lehrt und beweist dasselbe : der Muhammedanismus. Hier hat nun wirklich einmal, obwohl freilich auch in diesem Falle wieder ohne jedes positive Eingreifen von ihrer Seite, die Lehre der Synagoge von Gott eine weit bedeutsamere Anerkennung als in der Christenheit gefunden. Etwa 180 Millionen bekennen jetzt Allah, einen Gott, der nur eine Person ist. Aber die Völker des Islam haben in ihrer Religion nur ein Leben gewonnen, das einem zunächst mächtig aufflackcrnden, hernach jedoch unaufhaltsam niederbrennenden und erlöschenden Feuer gleicht. Unter ihnen allen und ausnahmslos geht es fortschreitend abwärts, und ihr Sturz ist überall nur eine Frage der Zeit. Nach jüdischer Werlhschätzung durch seine Gotteslehre weit über dem Christenthum stehend, erliegt der Islam doch gerade dem Christeuthum. So wenig das Judenthum noch irgendwo dem Heidenthum ein Ziel setzt, so wenig auch dem Islam; nirgends beweist es sich bisher als eine weltgeschichtlich neubildende und das Todte überwindende Macht! Nach einer Seite allein übt das Judenthum auf Andere einen ' bedeutsamen Einfluß in religiöser Beziehung, nämlich nach der Seite des Auflösens und des Zerstörens, nirgends dagegen nach der des Aufbauens und Neuschaffcns. Das war schon in der ältesten christlichen Kirche der Fall, als die jüdische Auffassung von Gott durch die von Juden abstammendcn Ebioniten in dieselbe eindrang. Und das fand oder findet insbesondere statt, wo die Vcrnunftreligion oder der Rationalismus in der Kirche einkehren. Allerdings nicht die Synagoge hat den christlichen Rationalismus in's Leben gerufen, vielmehr ist dieser aus der Kirche selbst erwachsen; ihm bot sich aber das Judenthum als Bundesgenosse an. Seit Mendelssohn erheben auch Juden ihre Stimme über alle