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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 mentes, aber es sind ungleichartige Kinder derselben Mutter, wie Jakob und Esau ungleichartige Kinder Rebekkas. Das Judenthum ist nicht die Mutter des Christenthums, sondern seine feindselige Schwester, die ihr von Anfang an mit bitterem Geiste gegenübergestanden hat. Daß heute das Christenthum existirt, und daß durch dasselbe nunmehr über das Heidenthum jenes vor unseren Augen sich vollziehende Gericht kommt, geschieht am allerwenigsten durch das Verdienst des Judenthums. Was an letzterem lag, ist Alles geschehen, damit das Christenthum nicht aufkäme, sondern damit es vielmehr gleich im Keime erstickt würde. Christus ist ja auf das Verlangen der Juden hin gekreuzigt, und auf ihr Begehren sind Apostel geschlagen und in die Gefängnisse geworfen oder getödtet worden! Die Synagoge forderte, daß die Apostel nicht das Christenthum predigten, und strafte sie dafür, daß sie es doch thaten, mit Kerker oder mit dem Tode. Wo irgend der Apostel Paulus auf seinen Reisen in Asien und Europa hinkam, wandte er sich mit dem Evangelium zuerst an die Juden, aber obwohl etliche derselben allerwärts gläubig wurden, kam es doch überall zum Bruch zwischen Synagoge und Christenthum, und das letztere fand in der ersteren stets auch den ersten bitteren Feind. Wäre es auf die Synagoge angekommen und nach ihrem Willen gegangen, dann wäre die christliche Kirche nie unter irgend einem Volke erstanden, sondern sie wäre vielmehr längst zerstört! Dafür aber sollen wir ihr dankbar sein? Dafür ihm danken, daß das Judenthum Alles, was in seiner Macht stand, gethan hat, damit nur nicht jene Kirche in's Leben träte, die nun bereits über 400 Millionen frühere Heiden die Götzen verlassen gelehrt und eine neue Menschheitsgeschichte geschaffen hat? Was haben also die Juden mit der Verwerfung Christi gewonnen? Die Völker wissen nichts Anderes, als daß die Synagoge ihrer höchsten Wohlthäterin, der christlichen Kirche, von jeher feindselig gegenübergestanden hat, und daß sich das Judenthum zuerst bemüht hat, die Kirche selbst und ihr weltgeschichtliches Werk unmöglich zu machen. Sollte das aber in den Herzen der Völker ein religiöses Vertrauen für das Judenthum erwecken? Sollten hiernach die Nationen geneigt sein, von der Synagoge ein Heil zu erwarten? Sollten sie die Hände, gegen welche das Blut ihres

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