Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 1-2 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 auf Erden unter den Völkern zn wecken, eingetretcn? Haben sie diesem Beruf gelebt und werden sie in der Ausübung desselben unter den Nationen erfunden? Wir stellen zur Beantwortung dessen eine andere Frage auf: Welches von allen Völkern, die jetzt die Erde bewohnen, haben die Jude» bewogen, ihr Heidenthum zu verlassen? Wo haben die Juden nach Christo, außer den spärlichen tartarischcn und denschwarzen ostindischen Juden, auch nur einen Stamm vom Götzendienste hinweggeführt? Es giebt gegenwärtig 400 Millionen Christen aus der Welt, dieselben bewohnen alle Erdtheile, dieselben machen die weltbestimmenden Nationen aus, und die Inden sind eifrig bemüht, ihre Wissenschaften, ihre Künste, ihre Ehren und Rechte zu erlangen; aber sind, wir sagen nicht, wenigstens ein kleiner Theil, sondern nur 10, ist selbst nur einer aus diesen 400 Millionen durch Juden bewogen worden, die jetzige religiöse Bahn, welche das Verlassen des Heidenthums bedeutet, zu wandeln? Haben die Juden auch nur den Finger gerührt, daß dieses Resultat erreicht wurde? Und doch, wunderbar! dieses gewaltigste Ergebniß religiöser Thätigkeit, das die Welt kennt, zu dessen Erreichung aber die Juden keine Hand erhoben haben, rechnen sie sich als ihr Verdienst an! Wie mag das zugehen? Die jüdischen Wortführer unserer Tage erklären, das Christenthum sei eine Tochter des Judenthums, und dieser Mutter habe die Welt eine solche Tochter zu danken. Aber was soll das heißen? Das Christenthum erkennt sich allerdings als eine Religion, welche auf dem Boden des jüdischen Volkes erwachsen ist, und in dem Gesetze und den Propheten desselben seine Wurzeln hat. „Das Heil kommt von den Juden" heißt es hier; und eben dies bewegt alle wahren Christen, mit besonderen Augen auch die heutigen Nachkommen dieser alten Juden zu betrachten. Aber so gewiß es aus dem Schooße der Religion der Patriarchen, des Moses und der Propheten entsprossen ist, so völlig fremd steht es „dem Judenthum" gegenüber. Denn „Judenthum" ist der grundsätzliche Widerspruch gegen die Religion, welche um der Patriarchen, des Moses und der Propheten willen Jesum Christum lehrt und anuimmt. „Judenthum" und Christenthum haben so wenig innere Verwandtschaft mit einander, daß sie vielmehr von Anfang an im tiefsten Gegensatz zu einander stehen. Sie haben eine gemeinsame Mutter: die Jehovahreligion des Alten Testa-