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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 1-2 (1880) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
1-2 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 Aber auch in religiöser Beziehung greifen sie in das allgemeine Leben immer sichtlicher ein. Fast allerwärts sind sie es an erster Stelle gewesen, welche den modernen Staat bewogen haben, den christlichen Charakter abzulegen. Ihren Forderungen und Anregungen folgend, haben die Parlamente die Bestimmung fallen lassen, daß die Ausübung aller staatsbürgerlichen Rechte vom christlichen Glaubensbekenntniß abhängen solle. Um der Juden willen haben viele Staaten den confessionslosen Charakter angenommen. Und dies zieht nun seine Folgen bis in alle einzelnen, auch bis in die zartesten und wichtigsten Lebensbeziehungen der Völker hinein. Das öffentliche Unterrichtswesen beginnt seitdem einen völlig anderen Charakter anzunehmen. Auch hier ist bereits vielfach um der Juden willen die christliche Grundlage verlassen worden. Die Staatsschule Hollands gestattet um der Juden willen nicht mehr, von Christo als dem alleinigen Erlöser vor den Kindern zu reden, und in Kattowitz hat man es den christlichen Lehrern der jüdischen Kinder halber streng untersagt, sich im Unterrichte der Worte „Jesus Christus, Heiland" und ähnlicher zu bedienen. Der Gedanke, daß die christliche Kirche die Wahrheit vertrete und besitze, wird daher in jüdischen Kreisen auch immer lauter abgewiesen. Indem die Staaten der christlichen Völker die Ansprüche der Juden auf politischem, wirthschaftlichem, geistigem, erziehlichem und religiösem Gebiete zu erfüllen beginnen, ziehen dieselben daraus den einfachen Schluß, daß die Synagoge je und je mit ihrem Widerstande gegen das Christenthum Recht gehabt habe, und daß auf ihrer Seite die Wahrheit sei. Die Verachtung aber und der Haß oder die Geringschätzung und Gleichgiltigkeit gegen die Kirche und die christliche Lehre gerade in vielen gebildeten Kreisen der Christen, und die herzliche Zustimmung, welche unter denselben vielfach jüdische Angriffe auf das Christenthum erfahren, stärken sie doppelt in dieser Uebcrzeugung. Fester haben sich denn auch die Juden der ganzen Welt kaum je zusammengeschlossen. Das Einheitsgefühl unter ihnen nimmt stetig zu. Die einzelnen Glieder des Stammes treten lebhaft für einander ein. Sobald in der Literatur sich irgend ein Wort gegen Juden eines Landes erhebt, nehmen alsbald die Andern hin und her ihre Sache auf. Der Angriff, der z. B. auf rumänische Juden geschieht, ruft die von ganz Europa und Amerika für sie in

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