Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 1-2 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 oberen Volksschichten der deutschen wie der slavischen Völker daher fortwährend auffallend schnell zu und geht in steigendem Maße aus den einfachen Verhältnissen in die sog. gebildete Gesellschaft über. Damit wächst natürlich auch der jüdische Einfluß in allen diesen Völkern. Der größere Geldbesitz bringt heute schon von selbst die Inden zu einer Geltung, welche ihre Zahl weit überwiegt. Mit den Vortheilen des größeren Capitals und der erhöhten Bildung ausgerüstet, gewinnen sie eine Stellung, die viel weiter reicht, als die einer gleichen Anzahl von Christen. Und das um so mehr, als unsere Zeit dem einzelnen Individuum viel reichere Gelegenheit, sich geltend zu machen, bietet, als die frühere. Es giebt gegenwärtig ein überaus bedeutsames öffentliches Leben, an dem ein jeder Staatsbürger theilzunehmen berechtigt ist. Durch die vortheilhafte Stellung aber, welche den Juden ihr gesteigerter Capitalsbefitz und ihre erhöhte Bildung bietet, treten sie in demselben auch ungemein stark hervor. Ihre Gesammtlage gestattet es ihnen, überall da in bemerkenswerthcster Weise zu erscheinen, wo das Staats¬ und Gesellschaftslcben bestimmt wird oder bestimmt werden soll. Bei den öffentlichen politischen Versammlungen sind sie in ungewöhnlicher Zahl gegenwärtig, und legen daher auch ein verhältnißmäßig viel höheres Gewicht als ihre übrigen Mitbürger in die Wagschale: Besonders aber gilt dies für ihre Betheiligung an der Tagespresse. Verleger und Redacteure von Zeitschriften und Blättern sind Juden in einem ihren Procentsatz an der Bevölkerung weit übersteigenden Maße. Das geistige Denken und Urtheilen der deutschen und der slavischen Völker wird aber, weil eben die Juden daselbst diese Stellung einnehmen, auf's Tiefgehendste durch dieselben bestimmt. Die politischen, die gesellschaftlichen, die erziehlichen und die religiösen Gedanken jener Nationen werden durch eine sehr große Reihe jüdischer Federn mitgebildet; und die Geschicklichkeit, mit welcher jüdische Literaten eine öffentliche Meinung hervorzurufen wissen, schüchtert auch viele derer ein, welche mit ihnen nicht die gleichen Meinungen thcilen. In der Thal, die Juden sind ohne Christum eine Macht ersten Ranges geworden, eine Macht, welche sich eben sowohl auf das materielle als auf das geistige Leben derselben erstreckt. 1*