Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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189 Gesellschaft, euch 70 Jahre eurer Gefangenschaft ihr Zeugniß bezeugt hat, im Predigen anhalten muß, sie wird es thun; sie wird auch die Wegbereiterin ihrem und eurem Heilande bleiben, bis ihr ihn selbst begrüßt: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Die berliner Ä«-enmisfionsgesellschaft. Seit 1822 besteht die Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Inden in Berlin und hat von Anfang an die warme Unterstützung der preußischen Könige erfahren. In ihrem Dienste stehen die beiden Pastoren Daab und T. de le Roi (II), nebst einem Kolporteur. Alle drei waren reichlich bemüht, den Juden das Evangelium zu bringen und die Christen in der evangelischen Landeskirche des preußischen Ostens an ihre Pflicht Israel gegenüber zu erinnern. Predigten in sonntäglichen Gottesdiensten zu Berlin (St. Gertraudkirche) und öfters auch in der Provinz, persönlicher Verkehr mit den Juden und Ausbreitung von Schriften unter diesen, wie zur Gewinnung des Interesses unter den Christen waren die hauptsächlichsten Mittel, die man zur Erreichung der Missionszwccke auwandte. Ebenso gicbt die Gesellschaft ein eigenes Blatt, „den Friedensboten", heraus, der monatlich in Berlin erscheint und von Pastor Schwarz in Berlin geschrieben wird. Im Unterricht befanden sich 23 jüdische Katechumenen, von denen 6 die Taufe empfangen haben, während 13 entlassen und 4 im Unterricht verblieben sind. Am Jahresfest der Gesellschaft predigte Superintendent Pank. Aus seiner Ansprache heben wir nur einen Satz heraus, welchen wir auch unser« Lesern recht tief in's Herz hineinschreiben möchten: „Vor vierzig Jahren hat es der selige Professor Tholuck auS Halle an dieser Stätte ausgesprochen, daß aller Eifer für das Heil Israels im Ganzen eine klingende Schelle ist, so lange uns nicht bei dem Anblicke jedes einzelnen Juden das Herz im Leibe bricht." Wird man dies Wort besser und allgemeiner in der Kirche verstehn, dann wird auch eine gewaltige Missionszeit unter Israel anbrechen.