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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 11-12 (1879) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
11-12 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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188 daß ihre Lage keineswegs eine immer sicherere wird, sondern daß im Gegcntheil die Stimmung ihrer Umgebung gegen sie, gerade inmitten der gebildetsten Völker, von Jahr zu Jahr eine im steigenden Grade bittere wird. Nicht die sogenannten Gläubigen sind es, die ihnen am feindseligsten entgegentreten, sondern immer wachsende Schaaren der Freisinnigen. Man haßt sie hier als eine andere Raye; man haßt sie, weil sie im Durchschnitt viel reicher als ihre christliche Umgebung werden; man haßt sie, weil sie sich das Leben viel bequemer und genußreicher gestalten können, weil sic nicht so schwere und harte Arbeit wie diese thun und doch einen viel größeren Gewinn davontragen. Die wachsende Bildung mildert diesen Haß nicht, sondern steigert ihn; der Fortschritt in allen Gebieten des natürlichen Lebens überwindet ihn nicht, sondern erhöht ihn; die auf Kosten des alten Christenglaubens sich breit machende Humanität vertreibt ihn nicht aus den Gemüthcrn und Herzen, sondern verfestigt und vergiftet ihn daselbst. Mit der Anfangs viel gepriesenen Freundschaft zwischen den modern gesinnten Christen und Juden geht es nicht vorwärts, sondern Jahr für Jahr bergab. Wo wird das enden, wenn wir im Zeitalter der Humanität die neuen Ideen in Rußland, Deutschland und Frankreich die schlimmsten Gräuel hervortreibcn und eine Erbitterung zwischen den Bürgern desselben Landes erwecken sehn, welche gerade aus dem sog. Geiste der Neuzeit ihre eigentliche Nahrung zieht? Daß unsere Juden hiervon in vorderster Reihe mitbedroht sind, gestehn sich viele unter ihnen bereits selbst ein. Wer ist also ihr Freund? Wer ist euer wahrer Freund? Ihr wollt es heute noch nicht wissen, aber es ist dennoch so, daß es diejenigen sind, welche euch mit Missionsaugen und Missionsgcdanken anblicken. Jenen Freisinnigen ist es ganz recht, wenn ihr einmal möglichst viel leidet, jene Freisinnigen werden dann auch keine Hand für euch rühren, sondern euch eurem Schicksal überlassen; uns aber ist der Gedanke unerträglich, daß ihr in's Elend stürzen sollt. Wir wollen euer Wohl für die Zeit, aber auch für die Ewigkeit. Wir wollen, daß ihr Friede in dieser Welt und im Jenseits habet, und wir kennen den Weg, der je und je Menschen zu diesem Frieden geführt hat. Darum lassen wir nicht ab, zu euch zu treten und euch mit unserem Zeugnisse aufzusuchen: Und sollen cs 7 mal 70 Jahre sein, welche die Mission, nachdem eine ihrer Zeuginnen, die Londoner

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