Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Sousse 1× ep/1045746
- Tunis 1× ep/1048155
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187 von ihren alten jüdischen Lehrern ein wenig im Hebräischen. 14 Knaben verließen die Missionsschule, als die jüdische eröffnet wurde, 11 derselben aber sind bereits zurückgekehrt und haben das ihnen auferlegte Strafgeld bezahlt. Seitdem ist kein einziger Knabe zur jüdischen Schule übergegangen. Einen ganz ähnlichen Verlauf nahm ein gleicher Versuch der Juden in Susa. . Das hin und her verkündigte Wort aber beschäftigt auch in einzelnen Fällen jüdische Gcmüther tiefer, und Anderen hinwiederum erscheint das Christenthum als die entschieden höhere Religion. So ging bereits eine Anzahl von Inden aus den höheren Klassen nach Italien, um dort in der Stille zur christlichen Kirche überzntreten. Die Missionskapcllc von St. Augustin in Tunis selbst aber zieht immer mehr die Aufmerksamkeit der Juden auf sich. 13. Mcköttck. So viel für diesmal ans dem Gebiete der Londoner Mission, deren 138 Arbeiter in 33 Stationen, von denen 26 auf Europa, 3 auf Asien und 4 ans Afrika kommen, wirken. Nur einzelne Blicke haben wir ans dieses Missionsfeld thun wollen, und z. B. auch Abessinien, über das wir stets besonders berichten, übergangen; cs lag uns nur daran, im Allgemeinen ein Bild dessen zu geben, wie es unter den Juden steht, und was nun geschieht, damit Israel zu seinem Heilande komme. Es ist ja keine Frage, und die Juden raumer, cö selbst bereits vielfach ein, daß allerwärts unter ihnen der Glaube abnimmt. Mögen sie noch so viel an Bildung, Wissen, Ehre, Geld, Rcichthum und politischen Rechten gewinnen, mögen sie noch so sehr mit ihrer äußeren Lage zufrieden sein dürfen, mögen sie einander noch so schätzbare Dienste in dem Kampfe für die bürgerliche Gleichberechtigung aller der Ihrigen in den verschiedensten Ländern leisten und hier überall große Erfolge aufzuwciscn haben, so geht mit dem Allen doch ein religiöser Verfall Hand in Hand. Während der ganzen Dauer ihrer Zerstreuung hat es nie eine Zeit gegeben, in welcher die religiöse Gleichgiltigkeit und der Unglaube eine so große Herrschaft in ihrer Mitte ausgcübt hätten als heute, wo sie sich doch in äußerlich geradezu glänzenden Verhältnissen befinden, und selbst die geringeren Glieder des Stammes sich zu heben beginnen. Aber daneben verschließen sich auch die einsichtigere» Juden nicht die Augen davor,