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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 11-12 (1879) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
11-12 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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186 Empfehlungsbriefe an einen Freund im nächsten Badeorte; im jüdischen Klub durfte der Missionar vor einer ansehnlichen und aufmerksamen Versammlung eine Ansprache halten. Die Stellung aber, welche die Rabbineu gegen die Missionare einnahmen, entschied über die allgemeine Aufnahme derselben in den verschiedenen Gemeinden, welche sie bereisten; je nachdem ihre Rabbinen sich freundlich oder feindlich verhielten, thaten es auch die übrigen Juden. Besondere Aufmerksamkeit wird von der Mission den Schulen geschenkt; in Tunis zählt die Knabenschule 160, die Mädchenschule 305 Kinder; seit 1860 sind dieselben von 1600 Mädchen und 960 Knaben besucht worden. Bon den seit 1870 entlassenen Knaben sind 24 Kaufleutc geworden, 14 Juweliere und Uhrmacher, 15 Schneider und Schuhmacher, 5 Maler, 12 Chemiker und Barbiere, 6 Lehrer, 3 Kutscher, 1 Nnterredakteur der arabischen Zeitung von Tunis, 2 Soldaten in der französischen Armee. Wie populär diese Schirle ist, geht daraus hervor, daß man in den Hauptsynagogcn von Tunis die Wiedereröffnung derselben nach den Sommerfericn durch Anschlag anzcigtc. Dabei tragen diese Schulen einen ausgesprochenen Missionscharakter. Es wird hier das Neue Testament frei gelesen und das Christenthum offen gelehrt. Zu Weihnacht richtete jede Schule einen Christbaum her und lud die evangelischen Bewohner zu ihrer Feierlichkeit ein. Natürlich aber hat cs auch an Gegenbestrebungen der Juden nicht gefehlt. Dieselben wollten eine Schule für 1200 Knaben errichten, wo diese gespeist, gekleidet, .unterrichtet und in allerlei Gewerben unterwiesen werden sollten. Die Israelitische Alliance sandte eine beträchtliche Summe und erwartete nun, daß die Juden von Tunis das Nebrige aufbringen würden. Man kaufte auch ein großes Haus für 80000 Mark, bezahlte 7000 Mark als Angeld und wollte den Rest in zwei Jahren abtragen. Aber ein Jahr ist bereits verflossen, und cs scheint keine Aussicht vorhanden zu sein, daß man das Geld aufbringt, so daß man auch allgemein der Ansicht ist, das Haus werde tut folgenden Jahre dem Eigenthümer zurückgcgcben werden. Doch haben die Juden 800 Kinder in ihrer Schule, die dort täglich ein kleines Stück Brot und einige Oliven um 12 Uhr Mittags erhalten. Etwa 50 aus der besseren Klasse werden im Französischen und Italienischen unterrichtet, die übrigen

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