Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554852-2554859--07298-2563309- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 2× ep/1048155
OCR text
185 Heilandes, zu dem er und seine Frau sich jetzt öffentlich durch die Taufe bekennen wollen. So ist nun aber unter den größtmöglichen Hindernissen und mit verhält«ißmäßig geringen Mittelri das Reich Christi auch in die Mellachs (Judenviertel) von Marokko eingedrungen. Die Mission in Marokko, erst seit Ende 1875 thätig, hat keinen Grund zur Ungeduld oder zum Klagen, wenn man bedenkt, daß 2034 Bibeln, 1646 Abschnitte aus den Propheten und 3000 Psalmen daselbst verkauft sind, abgesehn von der Zahl der verschenkten Exemplare; ebenso sind im Laufe von 3 Jahren äußerst zahlreiche Traktate, Evangelien und Missionsschriften umgesetzt und 13 jüdische Erwachsene so wie 10 Kinder durch die Taufe in die Gemeinde Christi ausgenommen worden. Inmitten der Cholera, der Hungersnoth und großer Heimsuchungen aber sind die Missionare verschont geblieben, und die Thür zu den Juden steht ihnen nun offen im ganzen Königreich. 12. Tunis. In allen Klaffen der Juden von Tunis nimmt der Unglaube überhand. Ein junger Rabbiner sprach zu Missionar Frankel von den Widersprüchen der Bibel mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Erdkunde. Ein anderer Jude sagte ihm, er wäre nicht länger Jude, sondern ein Christ von der Darwinischen Schule, ein dritter leugnete die Lehre der zukünftigen Vergeltung. Der Unglaube der Christen dringt eben auch hier bereits ein und stiftet selbst unter den Juden Afrikas sein Unheil. Die Christen in Tunis aber zeigen kein Interesse am Missionswerke, sondern legen ihm nur Hindernisse in den Weg, indem sie den Gedanken der Bekehrung von Juden lächerlich machen. Die durchreisenden Christen endlich lassen meistens ihre Religion zu Hause, und nur selten läßt sich einer in der Kirche sehn. Die Aufnahme, welche die Missionare bei den Juden finden, ist oft eine äußerlich freundliche; man hört ihnen vielfach auch bereitwillig zu und verübelt es ihnen nicht, daß sie mit ihrem Zeugnisse kommen. An einem Orte wetteiferten sogar der Rabbi und die Leute miteinander, den Missionaren alle Freundlichkeit zu erweisen. Ein reicher Jude besorgte ihnen Zimmer und gab ihnen