Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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180 flüchteten, und die mit der russischen Armee in's Land kamen, wurden gerade bei dieser Gelegenheit, und oft zum ersten Male in ihrem Leben, von dem Evangelium erreicht, das ihnen die Mission eutgegenbrachte. Große Schaarcn von jüdisch - russischen Soldaten nahmen in ihre Heimath Bibeln, Testamente und Bücher mit, die ihnen ein Andenken an den Krieg und das Feindesland sein sollten. Dreimal größer, als in allen Vorjahren, war denn auch die Verbreitung heiliger Schriften und fünfmal größer der vom Verkauf erlöste Ertrag; der Besuch der Schulen aber zweimal so stark, als früher. Viele der nach Koustantinopel geflüchteten Juden schickten ihre Kinder in die Missionsschulen, deren durchschnittlicher wöchentlicher Besuch 495 Kinder betrug. Eine frühere Besucherin dieser Schule bekehrte sich und ward getauft wie ihr Bruder, der ihr schon vorangegangcn war, und trotz grausamer Verfolgungen ist die junge Seele treu geblieben. Unter den von den Türke» gesangengenommenen russisch-jüdischen Soldaten zeigte sich mancher der Predigt des Wortes zugänglich, und wurde auch einer getauft. Derselbe, ein Handwerksmann und guter Talmudist, fühlte sich vom Neuen Testament, das er las, angczogeu, wollte aber den Anspruch des Herrn, der Messias zu sein, nicht gelten lassen. Erst als er seiner Sündhaftigkeit inne wurde und der Unzulänglichkeit seiner eigenen Gerechtigkeit, nahin er Jesnm als seinen Heiland an. Aber nun wuchs er auch schnell in der Erkcnntniß Christi, und da er immer dringender bat, ihm das Wasser nicht vorzuenthalten, wurde er getauft. Durch seinen Wandel ziert er seitdem die Lehre unsers Herrn; Demuth, Zufriedenheit und Fleiß in seinem Beruf schmücken diesen Sohn Abrahams. Eine Reise, die Missionar Ncwman nach Kairo und Alexandria in Aegypten machte, zeigte ihm die Inden dieser Städte in der traurigsten religiösen Verfassung. Sie rühmten sich, keine religiösen Bücher zu besitzen und den Sabbath nicht zu halten. Kairoer Juden sagten: „Was wollen Sie, daß wir an Jesnm glauben, da wir es doch an Mosen nicht thun!" Die Missionsgottesdienste in Koustantinopel werden deutsch und spanisch gehalten und von den Juden genügend besucht. Die Bekehrten hielt man an, in einer Werkstatt zu arbeiten und sich so ihr eigenes Brot zu verdienen.