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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 11-12 (1879) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
11-12 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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173 sich bei dieser Gelegenheit wieder einmal, wie weit doch die Mission die Inden zn erreichen verstanden hat, und daß dieselbe allerdings eine Macht geworden ist, mit der sie wohl oder übel rechnen müssen. Die Vertheilung von Bibeln und Traktaten blieb nicht ohne unmittelbare gute Erfolge. Ein französische Jüdin, selbst eine Ausstcllerin, fühlte sich durch das Modell der Stiftshütte angezogen und stellte sich eines Morgens ein, um es noch näher anzuschanen, dabei bittend, daß man ihr dasselbe doch erklären möge. Das geschah, und das Gehörte machte auf die Jüdin einen solchen Eindruck, daß sie um etwas zu lesen bat. Der Missionar gab ihr einen französischen Traktat. Am nächsten Morgen kam sic wieder und bat um ein Neues Testament. Sie äußerte: „Ich habe den Traktat gelesen und erkenne nun die dort vorgebrachten Gründe als tüchtige an. Da dachte ich, daß es wohl gut sein würde, das Neue Tcstaincnt zu lesen, um selbst seinen Inhalt kennen zn lernen; denn Wahrheit ist Wahrheit, und wenn das wahr ist, was der Traktat behauptet, so müssen wir daran glauben." Das Neue Testament gefiel ihr wohl, und sie bat den Missionar Mamlvck, sie gelegentlich in der Ansstclluug zu besuchen und ihr mehr vom Christciithnm zu sagen. Zuerst nun war Missionar Mamlock außer Stande das zn thun, aber noch mehr beschäftigte ihn der Gedanke, ob sie cs auch wohl ernst meine. Als er aber nicht kam, erschien sic wieder und sagte: „Ich lese das Neue Testament und komme setzt, um Sie zu bitten, daß Sie mir etliche Sprüche erklären". Das that nun der Missionar, und danach kam sie nicht allein wiederholt mit neuen Fragen, sondern entschloß sich endlich auch einen regelmäßigen christlichen Unterricht zu nehmen. 5. Italien. Nach dem Tode des Prediger Burtchaell unterhält die Londoner Gesellschaft zunächst nur einen Missionsgchilfcn in Verona, Herrn Arias, der die Juden an vielen Orten Italiens aufsucht. Die meisten, mit denen er znsammcntraf, waren Rationalisten oder Talmndistcn. Ihre gegenwärtige Freiheit in Italien hat sie zu zwei Extremen geführt, zu Unglauben oder Fanatismus; nur selten hat er einen Israeliten besserer Art getroffen. Die Gleichgiltigkeit geht so weit, daß die Gemeinden zumeist in der Synagoge nicht

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