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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 11-12 (1879) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
11-12 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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_171 sich kommen. Professor Cassel in Berlin darf besonders auch gebildete Inden der Kirche zuführen. So hat er jüngst einen Schriftsteller getauft, der nun mit einem wahren Enthusiasmus und zumal als Sonntagsschullehrer selbst Hand an's Werk legt. Der ausgestreute Same aber geht oft nach Jahren auf. Missionar Flad hatte 1877 einen Mann im Unterricht, der schließlich ansblieb, weil er den Haß seiner Frau und seiner Verwandten nicht länger ertragen wollte. Der Missionar jedoch verlor ihn nicht aus den Angen, sondern sandte ihm von Zeit zu Zeit imincr wieder passende Schriften und besuchte ihn auch gelegentlich. Sein ältestes Kind, das eine christliche Schule besuchte, fand man oft in einer Ecke knieend und die Gebete sprechend, die es in der Schule gelernt hatte. Eines Tages stand das kleine Mädchen vor Beginn der Mittagsmahlzeit auf und betete mit lauter Stimme: „Komm, Herr Jesu, sei unser Gast Und segne, was Du uns beschceret hast!" Die Mutter lief vom Tische hinweg, der Vater aber fühlte sich im Herzen getroffen und wurde von da ab ernst in seinem Fragen nach der Wahrheit. Er hatte viel von seinem Schwiegervater, seinem Bruder, seinem Weibe und den Juden zu erdulden, aber er trug es Alles mit christlicher Ergebung. Der Herr aber lohnte ihm das dadurch, daß sein Verhalten das Herz seines Weibes umwandelte, sodaß jetzt nun auch sie mit ihrem Manne das Neue Testament liest und zum Herrn Jesu betet. Dankend erwähnen es aber auch verschiedene Missionare, daß ihnen treue Christen in ihrer Arbeit an den Juden hilfreich zur Seite stehen. Nach Missionsgottesdiensten baten z. B. mehrfach die Anwesenden de» Missionar Klee aus Danzig um Schriften, uni dieselben den Juden ihrer Bekanntschaft in die Hände zu legen und selbst aus ihnen zu lernen, tute man mit den Juden verkehren müsse. Mehrere Personen in der Provinz Preußen haben gradezu eine Niederlage solcher Schriften bei sich errichten lassen und versorgen nun ihre ganze limgcgeud. Einer dieser treuen Christen läßt sich die Gelegenheit nicht nehmen, Juden, die bei ihm nach solchen Schriften fragen, selbst den Weg der Wahrheit zu verkündigen. Au einem anderen Orte haben zwei Schwestern ans freien Stücken jüdische Mädchen um sich gesammelt, welche sie zweimal in der Woche in Handarbeiten unterrichten, wobei sie

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