Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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das auch unverholcn aus, sie sagen geradeswegs: Das Geld ist mein Gott, oder: Das Geld und die Freiheit sind mein Messias. In der That, die Jude» gehn in allem Geistlichen mit schnellen Schritten dem vollkommenen Ruin entgegen." Um so wichtiger ist es, daß nun aber auch den deutschen Juden, die noch dazu jetzt die geistigen Führer des ganzen Stammes sind, das Evangelium besonders reichlich nachgcht. Allein die Londoner Mission erhält unter ihnen 11 Stationen mit 21 Arbeitern; und eine nicht abzulcngnendc Thatsache ist es, daß gerade unter den deutschen Juden die Bekanntschaft mit dem Neuen Testamente immer mehr zunimint. Die Wirkung davon bleibt auch nicht aus und ist immer noch wieder da oder dort eine heilsame. So besuchte Miss. Noscnstrauch aus Deutz ein Dorf, mit dessen jüdischen Bewohnern sich gar kein Gespräch auknüpfen zu wollen schien. Da aber kam ihm ein anständig aussehender Jude auf der Straße entgegen und redete ihn an: „Wie geht cs Ihnen? ich freue mich Sie wiederzusehen. Denken Sie noch an unsere Unterhaltung im vorigen Jahre, als Sie mir eine Bibel und einige Traktate verkauften? Seitdem habe ich fleißig das N. T. gelesen und viel über das Christenthum nachgedacht. Ich bin jetzt von der Wahrheit desselben völlig überzeugt und eben im Begriff, meine Eltern zu verlassen, um nach Amerika zu gehen, wo ich nach meinen Ueberzeugungen werde handeln und zum Christenthum übertreten können." Der Mann, welcher so sprach, war ein jüdischer Lehrer und thcilte dem Missionar auch mit, daß noch etliche seiner Kollegen gleichermaßen das N. T. läsen und von dessen Wahrheit überzeugt wären. Aehnlichcs kann Miss. Flad aus Kornthal berichten. Ein jüdischer Lehrer, welchem er ein N. T. anbot, äußerte gegen denselben: „Als ich auf dem jüdischen Seminar war, führte der Professor öfters das N. T. an. Wir Seminaristen baten ihn deshalb, uns einmal das Buch zu leihen, dainit wir es selbst lesen könnten; er schlug es uns jedoch ab. Wir aber wußten uns eins zu verschaffen, lasen es, und das Ende davon war, daß drei von uns das Judenthum verließen, um Christen zu werden." Die evangelische Kirche Deutschlands sieht auch Jahr für Jahr noch immer so manchen treuen Bekenner aus den Juden zu