Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 11-12 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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165 Sakristei und dankte herzlichst beut Prediger, seine Hand ergreifend, für die eben gehaltene Ansprache. Da der Letztere in dem Fremden einen Israeliten erkannte, so frug er ihn, ob er denn die eben gehörten Lehren auch für sich angenommen habe? Der Manu bejahte es, und, ehe der Prediger weiterfragen konnte, fügte er hinzu: „Ich glaube. Sie erkennen meine Abstammung. Nun wohl, ich bin ein Israelit und vielleicht, wie Sie, ein solcher, der einst das Evangelium verachtete. Zufälligerweise, oder, ich will sagen, durch göttliche Fügung kam ich einmal in die Whitechapel- Kirche, wo ich Herrn N. N. predigen hörte — ich liebte diesen Abtrünnigen nicht, aber er fesselte meine Aufmerksamkeit und bereitete mir innerliche Unruhe. Ich ging nach Hans und las die Bibel, Altes und Neues Testament, und nun glaube ich an Christum als meinen Heiland, in dessen Kirche ich sehr bald ausgenommen zu werden hoffe/" Als eine weitere Folge dieser Gottesdienste vermochte ein Prediger an einer Kathedralkirche den Missionaren mitzutheilen, daß sich seitdem -häufig Juden als Zuhörer seiner Predigt einfinden; während in anderen Fällen Inden Gelegenheit nahmen, nach derartigen Gottesdiensten die Missionare zu weiterem Gespräche und persönlicher Behandlung der angeregten Fragen aufzusuchen. Regelmäßig aber fand auch tut verflossenen Jahre wieder an den Sonntag-Nachmittagen hebräischer Gottesdienst in der Gesellschaftskapelle auf Palestiiie Place statt. Die gewöhnliche Versammlung besteht hier aus Prosoder im Unterricht befindlichen Juden; doch finden sich gewöhnlich auch etliche andere derselben ein. Die meisten der Letzteren sind Fremde, welche neugierig sind, das Gotteshaus der Meschumodim (getauften Juden) zu sehen oder einmal ihre Gebete und Lehren kennen zu lernen. Die Wahrheit, welche sie dort haben bezeugen hören, nehmen sie dann mit in ferne Lande, wo sie oft später, dem Missionar unbekaunt, Frucht bringt. So kam ein Missionar im westlichen Deutschland eines Tages in eine kleine Stadt zu Inden, die in dem Rufe der dem Evangelium Allerfeindlichsten standen. Bei seinen Gängen durch die Stadt versuchte er vielfach die Juden in ein Gespräch hineinznzichen, aber dieselben verwiesen ihn alle an einen reichen.Ladenbesitzer. Der Missionar suchte also denselben auf und trat bebenden Herzens in dessen Laden ein. Der Eigenthümer,